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Wunschlos süchtig

Die guten Geschichten von Max Mutzke

Berlin (dpa)

Nach drei Jahren bringt Sänger Max Mutzke ein neues Album heraus, erstmals ganz auf Deutsch. Mit dabei auch eine Liebeserklärung an eine deutsche Stadt.

Von Stella Venohr, dpa

Von Pop bis Soul, vom Schwarzwald bis nach Köln: Max Mutzke. Foto: Gerald Matzka/dpa

So nah hat Max Mutzke seine Fans wohl mit seiner Musik nie an sich herankommen lassen: Seine große Liebe, der eigene Tod und ganz viel politische Überzeugungen, all diese Themen verarbeitet der Sänger in seinem neuen Album «Wunschlos süchtig», das erstmals komplett auf Deutsch gesungen ist.

«Ich finde auch auf Deutsch ist es sehr viel näher an die Leute zu bringen», sagt Mutzke im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. «Ich habe auch genau das gedacht, wenn ich jetzt so richtig meine Themen bearbeite und es ist alles autobiografisch oder eben sehr nah an meinen Werten und Gefühlen und Ängsten. Da habe ich gedacht, das kann ich nur auf Deutsch rüberbringen.»

Max Mutzke möchte Geschichten erzählen, das gelingt ihm sowohl musikalisch als auch in den Songtexten. Auf seinem neuen Album macht er das gewohnt soulig und doch anders. Einige Songs wie «Königreich» bringen Sehnsucht nach Sommer und Tanzen. Dann gibt es Nummern, die tief gehen wie «Gute Geschichten».

«Ich habe mal darüber nachgedacht und ein Zitat gelesen, dass der Homo sapiens das einzige Wesen ist, von dem uns bekannt ist, das in der Lage ist, Geschichten zu erzählen und Geschichten zu verstehen, die niemals passiert sind», sagt der 40-Jährige. «Aber die Sinnbild sind für Dinge, die passieren können oder die in irgendeiner Parallele in unserer Gesellschaft durchaus in der Familie oder bei Freunden, bei einem Liebespaar, aber auch in der Bevölkerung stattfinden.»

Es gebe beispielsweise Gute-Nacht-Geschichten, um die Kinder zu beruhigen, damit sie gut schlafen können. «Ich will nur sagen, wenn wir schon die einzigen Wesen sind, die sich Geschichten erzählen können, dann sollten wir uns doch bitte darum bemühen, nur noch gute Geschichten zu erzählen», sagt der deutsche Soul-Sänger, der auch in den Genres Rock, Pop, Funk, Jazz und Klassik unterwegs ist.

Seinen ersten Auftritt auf großer Bühne hatte Mutzke 2004 beim Eurovision Song Contest (ESC) mit dem von Stefan Raab geschriebenen Titel «Can't Wait Until Tonight». Damals erreichte er den achten Platz bei dem Musikwettbewerb.

Toleranz und Vielfalt sind dem Sänger seitdem auch in seiner Arbeit wichtig. So sei der Song «Dieselbe Sonne» für oder gegen all die Menschen geschrieben, die in dieser Pandemie einen komischen Weg eingeschlagen hätten. Er finde es erschreckend, wie viele Menschen sich mittlerweile Verschwörungstheorien angeschlossen hätten. «Ich gebe im Konzert immer einen Appell an die Vielfalt. An ein offenes Deutschland und an offene Herzen vor allem», sagt der Sänger. «Und die Leute gehen nach Hause, nehmen das mit und man hat es denen auf eine gute Art gesagt, verbunden eingepackt in Musik.»

Mutzke lebt mit seiner Familie ganz ländlich im Schwarzwald, dennoch hat er mit «Ode Cologne» einer deutschen Großstadt einen Song gewidmet. «Die Stadt Köln steht wie keine andere für krasse Neuanfänge», sagt er. So habe für ihn damals alles in Köln begonnen bei TV Total mit Stefan Raab zusammen.

Der Sänger hat eine Wohnung in Köln, seine Kinder und Partnerin pendeln oft zwischen der Stadt und dem Schwarzwald. So entstanden auch die Zeilen «Zwischen Liebe und Distanz teilen wir den gleichen Fluss, deshalb schicke ich diese Worte als Flaschenpost» in dem Song für die Stadt Köln. «Was ja wirklich funktionieren würde, wenn ich bei mir zu Hause eine Flasche ins Wasser schmeiße. Dann kann man die in Köln auffangen», sagt Mutzke.

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