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Comeback

Kool & The Gang: Gute-Laune-Musik mit trauriger Note

Berlin (dpa)

Der Sound kommt so tanzbar und gut gelaunt daher wie schon in den 70ern - die jüngste Entwicklung von Kool & The Gang ist jedoch traurig. Ihr Comeback wird vom Tod zweier Mitglieder überschattet.

Von Werner Herpell, dpa

Der Mitbegründer der US-Funkband Kool & The Gang, Dennis Thomas, starb kurz vor dem Erscheinen des neuen Albums. Foto: Joe Gill/The Express-Times/AP/dpa

«Perfect Union», also «perfekte Einheit», heißt das neue Studioalbum der Soul-Veteranen Kool & The Gang, es ist ihr erstes seit vielen Jahren.

Dass die Einheit durch den Tod zweier Mitbegründer zuletzt gesprengt wurde, gibt diesem Comeback - den zumeist optimistischen Songs zum Trotz - eine traurige Note, als stände es unter keinem guten Stern: Nach dem 2020 gestorbenen Sänger Ronald «Khalis» Bell musste die Band kürzlich auch den Verlust ihres 70 Jahre alten Saxofonisten Dennis «Dee Tee» Thomas mitteilen.

Musikalisch hat sich nicht allzu viel verändert bei Bassist Robert «Kool» Bell und seinen Mitstreitern, von denen zwei nun nicht mehr dabei sind. Noch immer geht es - als handelte es sich bei den Musikern nicht längst um ältere Herren - in den Songs ums ausgelassene Tanzen am Wochenende («The Weekend», «Leave It On The Dance Floor», «Good Time»), um hübsche Ladies («Sexy (Where'd You Get Yours)») oder auch mal - in textlich recht naiver Form - um Politik und die Sehnsucht nach einer besseren Welt («Pursuit Of Happiness»).

Dazu gibt es den typisch eingängigen Kool-&-The-Gang-Sound zu hören - lässig groovende Gitarren, funky Bass, zackige Bläser, die zwischen Solo- und Harmoniegesang wechselnden Stimmen, ein paar dezente Raps fürs etwas jüngere Publikum. Die eine oder andere Sommerparty lässt sich mit «Perfect Union» sicher bestreiten - wenn man nicht zu oft über die tragische Halbierung der Band nachdenkt. Denn eigentlich ist ja Gute-Laune-Musik das Kerngeschäft von Kool & The Gang.

Ihre eingängigen Soul-, Disco- und Funk-Hits wie «Jungle Boogie», «Ladies' Night» oder «Celebration» - irgendwo zwischen Commodores und Earth Wind & Fire - dominierten in den 1970er und 80er Jahren Tanzflächen und Popcharts. Über 20 Studioalben brachte die Truppe aus New Jersey seit ihrer Gründung 1969 heraus. Laut Plattenfirma haben die Musiker damit zwei Grammys, sieben American Music Awards sowie 31 Gold- und Platin-Alben eingeheimst. «Perfect Union» ist nun womöglich ein Schlusspunkt für Kool & The Gang - in jedem Fall aber ein angemessener Abschiedsgruß für «Khalis» und «Dee Tee».

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