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Mike Singer: Popmusik für die junge Zielgruppe

Berlin (dpa)

Mit viel Gefühl bewegt sich Mike Singer derzeit über das «Let's Dance»-Tanzparkett. Auf seinem neuen Album «Emotions» lassen die großen Emotionen dagegen etwas auf sich warten.

Von Thomas Bremser, dpa

Mike Singer begann seine Karriere bei Youtube. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Charleston, Quickstep, Cha Cha Cha: Popmusiker Mike Singer (22) macht auf dem «Let's Dance»-Parkett seit Wochen eine gute Figur. Der Badener will das RTL-Millionenpublikum nutzen und veröffentlicht sein fünftes Album. Kann er mit «Emotions» neue Zielgruppen erschließen?

Eigentlich ist Singer der typische Teenie-Star: Er hat rund 2,4 Millionen Follower auf der jungen Plattform TikTok, ein bubenhaftes Lächeln und wird immer wieder mit dem kanadischen Superstar Justin Bieber verglichen - nicht zuletzt wegen seiner vielen Tattoos und des ähnlichen Karrierestarts auf YouTube.

Seit Jahren versucht der 22-Jährige, sich mit seiner TV-Präsenz breiter aufzustellen. Bei der erfolgreichen Musikrateshow «The Masked Singer» steckte er 2020 im Kostüm des süßen Wuschels, ein Jahr später saß er neben Dieter Bohlen in der DSDS-Jury. Nun tanzt er sich in die Herzen des TV-Publikums.

Musikalisch bleibt sich Singer, der erstmals 2013 bei «The Voice Kids» vor der Fernsehkamera stand, weitgehend treu. Seine mit Rap-Elementen durchmischten Popsongs, darunter Coverversionen der Hits «Verdammt, ich lieb' dich» und «Forever Young», dürften erneut hauptsächlich bei der jungen Zielgruppe landen. Es geht um Liebe, Freunde und Trennungen. «Tanzen ohne Beat», «Warum bist du so» oder «Lass mich los» wären eine gute Untermalung für Jugendclubs und Shisha-Bars und sind durchaus tanzbar.

«Musik ist mein Leben»

Singer hat eine treue Anhängerschaft, drei seiner vier Platten landeten auf Platz eins. «So plump, wie das klingt: Musik ist mein Leben. Ich bräuchte zum Beispiel nie einen Therapeuten, weil meine Musik mich therapiert», sagt er im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Er habe schon immer einen hohen musikalischen Anspruch an sich gestellt. Textlich fühle er sich bei diesem Album nochmal reifer.

Doch echte Emotionen, wie der Albumtitel suggeriert, erzeugt der junge Musiker mit den 13 Songs nur selten. Das liegt vor allem am Autotune-Effekt, der Singers Stimme sämtliche Gefühle entzieht.

Ausnahmen bilden dabei die beiden letzten Lieder. In «Parkbank» erinnert sich der 22-Jährige an seine Jugendclique, mit der er in seiner Heimat Offenburg abhing. «Wir haben vieles gemacht, was wir nachher vielleicht bereut haben, aber einfach zum Leben gehört. Für mich ist dieser Ort total magisch», sagt Singer rückblickend.

Der Abschlusssong «Licht» beginnt mit einer Akustikgitarre und kommt ohne Autotune aus. Die Stimme des Sängers wirkt dadurch rauer und echter. «Keiner mehr, der für mich da ist. Keiner, der mich noch versteht. Für alles, was uns noch erwartet. Ist es leider schon zu spät», singt der hörbar verletzte Musiker. Am Ende gibt es die «Emotions» also doch noch.

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