1. www.wn.de
  2. >
  3. Welt
  4. >
  5. Musik
  6. >
  7. Saga gehen eigenen Klassikern meisterhaft auf den Grund

  8. >

Neues Album "Symmetry"

Saga gehen eigenen Klassikern meisterhaft auf den Grund

Münster

Wie oft hat sich diese Kultband schon von ihren Fans verabschiedet, wie oft hat sie sich neu erfunden, wie oft wurde sie in ihrer 44-jährigen Bandgeschichte unterschätzt? Doch jetzt lassen die kanadischen Progressive Rocker von Saga so richtig aufhorchen. Am 12. März erscheint mit "Symmetry" nicht nur ihr 23. Studioalbum, sondern auch eines ihrer stärksten.

Peter Sauer

Ohne Synthesizer-Flotte und E-Gitarren-Schrank: Die kanadischen Prog-Rocker von Saga rund um Sänger Michael Sadler (Mitte) erfinden sich auf ihrem 23. Studioalbum neu und entdecken ihre akustischen Seite(n). Bassist und Songwriter Jim Crichton (r.) ist für "Symmetry" zur Band zurückgekehrt. Foto: Alexander Mertsch

Unplugged verabreichen Saga einem Dutzend ihrer Songs eine willkommene Frischzellenkur. Wer jetzt auf Lagerfeuer- und TV-Show-Romantik-Niveau weichgespülte Versionen ihrer Hits erwartet wird völlig enttäuscht. Zum Glück.

Die kanadischen Rockveteranen um den famos aufgelegten Sänger Michael Sadler (66) zeigen, welche grandiose Virtuosität in ihnen steckt, gerade wenn sie ihre stilprägende Bombast-Verstärkung an E-Gitarren, Keyboards und Synthesizern komplett weglassen. Und zwar Kompromisslos. Kein Schlagzeug verirrt sich durch die Hintertür, wie bei gescheiterten unplugged-Projekten anderer Rockbands, die fast alle alle austauschbar erscheinen.

Klassiker neu erfunden

Saga besinnen sich auf den puren Kern ihrer Songs. Ein Riesengewinn. Nicht nur klanglich, auch kompositorisch bekommen Klassiker wie das ehemals poppige "Wind him up" und das epische "Images" mit Geige, Cello, Klavier, Banjo, Akkordeon, Klarinette und Akustikgitarre so eine ganz neue Strahlkraft, die tief Herz, Kopf und Seele berührt.

Das alles ist sehr intelligent gemacht und unglaublich detailliert bis in den kleinsten Ton fein ausgespielt, die Klassiker werden fast neu erfunden und vergleichsweise minimalistisch inszeniert. Das ist sehr mutig, gerade bei den Gassenhauern, die heimische Fans bei vergangenen Saga-Konzerten, zum Beispiel im Jovel Münster oder in der Stadthalle Hiltrup, aus dem Eff Eff laut mitgesungen haben.

Drei neue Songs

Entstanden ist ein pralles Schatzkästlein voller klanglicher Überraschungen. Keyboarder Jim Gilmour fasziniert mit perlendem Piano in "Pitchman" und kammeropernhafter Klarinette in "The Perfectionist". Saitenzauberer Ian Crichton entlockt auch der Akustikgitarre jene Lässigkeit, die ihn mit seiner Legato-Technik an seinen E-Gitarren auszeichnet. Für die Aufnahme zum Album "Symmetry" kam auch der 2018 ausgestiegene Bassist und Songschreiber Jim Crichton zurück, was dem Album sehr gut tut.

Der Song "Tired Word" ("Müde Welt") von 1978 scheint zudem wie kein zweiter Titel zur Corona-Pandemie-Zeit zu passen: "A sleeping world, just waiting" (eine schlafende Welt, nur wartend). Außerdem gibt es mit den Instrumentals "Preludes" und "La Foret Harmonieuse" drei komplett neue Songs. Fazit: Als virtuoses Hörerlebnis ist "Symmetry" von Saga unbedingt zu empfehlen, für alte und neue Fans gleichermaßen.

Das neue Album "Symmetry" von Saga erscheint am 12. März. Foto: ear music
Startseite
ANZEIGE