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Positiver Corona-Test bei einem „Jedermann“-Besucher

Nun doch wieder Maskenpflicht bei den Salzburger Festspielen

Salzburg

Die neue Maskenfreiheit währte nur kurz. Nachdem ein Besucher der Jedermann-Premiere vom Samstag am Sonntagabend positiv auf das Virus getestet wurde, gilt nun doch wieder eine FFP2-Maskenpflicht für die Veranstaltungen der Festspiele.

Von Johannes Loy

Jedermann (Lars Eidinger) hält die Buhlschaft (Verena Altenberger) in den Armen. Foto: Barbara Gindl/APA/dpa

Wie die Salzburger Festspiele und die Gesundheitsbehörde der Stadt Salzburg am Montagabend bekanntgaben, war die infizierte Person „vollimmunisiert“.

Umfelduntersuchungen wurden durchgeführt, und aufgrund der im Präventionskonzept der Salzburger Festspiele vorgesehenen Personalisierung der Eintrittskarten konnten der Behörde die Daten der 44 Kontaktpersonen bekannt gegeben werden. „Das Contact-Tracing ist in vollem Gange. Die entsprechenden rechtlichen Vorschriften und die Maßnahmen des Präventionskonzeptes wurden vollumfänglich umgesetzt“, teilten die Festspiele in einer Presseerklärung mit.

„Gemeinsam mit der Gesundheitsbehörde und dem Expertenbeirat haben wir aufgrund dieses bedauerlichen Falles entschieden, dass wir nun die vorgesehene nächste Sicherheitsstufe des Präventionskonzeptes umsetzen werden“, sagte der Kaufmännische Direktor der Festspiele, Lukas Crepaz.

Seit Dienstag ist nun „das Tragen der FFP2-Maske für jede Besucherin und jeden Besucher in allen Spielstätten verpflichtend“, teilte Crepaz mit.

Die Festspiele finden in diesem Jahr wieder bei vollem Platzangebot statt. Es galt bisher schon bei allen Kontrollen die 3-G-Regel „Genesen, geimpft, getestet“. Außerdem sind alle Karten in Salzburg personalisiert und mit entsprechenden Rückverfolgungsdaten kombiniert.

Kommentar: Kontrollierte Offensive für die Kultur

Nach einem nachträglichen positiven Testfall bei einem Besucher der Jedermann-Premiere am Samstag gilt nun seit Dienstag bei den Festspielen wieder die Maskenpflicht. Die Unruhe über den Vorfall dürfte sich in Grenzen halten. Denn der Besucher war vollständig geimpft. Doch nun setzt Salzburg wieder die FFP-2-Maske auf. Ein Kommentar von Johannes Loy.

Zwischen Klimakrise und Corona drehen sich auch heuer die Salzburger Festspiele, die am Samstag mit einer sperrigen Neudeutung des „Jedermann“ begonnen haben. Vor dem Großen Festspielhaus hielten Klimaschützer den festlich gewandeten Premierengästen ein Transparent mit den Namen jener Festspielsponsoren von Siemens bis Audi vor die Nase, die sie für den Klimawandel mitverantwortlich halten.

Drinnen drehte Regisseur Michael Sturminger die morbide Feiergesellschaft im Genderstream auf links. Dass sich im Vorfeld viele Kulturbeobachter und Festspielgäste mehr mit Frisur und Kleid der Buhlschaft aufhielten, macht den Berliner Bühnenstar Lars Eidinger, der diesmal den „Jedermann“ gibt, verständlicherweise fassungslos. In zahlreichen Interviews verdeutlichte Eidinger sein Anliegen, der dekadenten, verantwortungslosen und zukunftsvergessenen Gesellschaft den Spiegel vorhalten zu wollen.

Die zweite Halbzeit der Salzburger Jubiläums-Festspiele geht vor vollen Häusern und jetzt wegen eines positiven Corona-Tests bei einem Jedermann-Besucher wieder obligatorisch maskiert über die Bühne.

Schon 2020 zeigte Salzburg vor damals kräftig ausgedünnten Zuschauerrängen, dass Kultur auch unter schwierigen Corona-Bedingungen möglich ist. Ein Jahr später scheint sich das Festspielgeschehen unter der Maxime „Genesen, geimpft, getestet“ nun mehr und mehr zu normalisieren.

Gleichwohl bleibt das festliche Kultur-Gebilde in Salzburg durchaus fragil. Aber: Das Krisenmanagement aber scheint gut zu funktionieren. Im Sinne eines kulturellen Neuaufbruchs wünscht man den Salzburgern, dass das Wagnis der kontrollierten Offensive gelingt und auf die gesamte Kulturwelt ausstrahlt.

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