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„Artus Excalibur“ feiert in Tecklenburg Premiere

Tiefer Hass und Machtgelüste

Tecklenburg

Nebelschwaden wabern zwischen den historischen Mauern, dunkle Wolken ziehen über die Burgruine hinweg. Es ist grau, trist und schaurig, als die Kämpfer aufeinandertreffen. Im Britannien des frühen Mittelalters sind es Hass und Machtgelüste, die das Leben bestimmen und oft den Tod bringen. Eine dramatische Zeit, die wieder auflebt: Die Freilichtspiele Tecklenburg feierten am Samstagabend die Premiere des dramatischen Musicals „Artus Excalibur“.

unseremRedaktionsmitgliedRuth Jacobus

Artus (Armin Kahl) will das zerstrittene Britannien vereinen. Doch der Weg dorthin ist schwer und mit Hass und Intrigen gespickt. Foto: Detlef Dowidat

„Heute Nacht fängt es an“, so erklang es zum Finale. Das insgesamt rund hundertköpfige Ensemble und das aus 26 Musikern bestehende Orchester sangen den Song, der so gut zu „Artus“ passt. Denn in dieser Premierennacht sahen an die 2000 Besucher ein Musical, das mit zum Besten zählt, was die erfolgsverwöhnte Freilichtbühne der Festspielstadt je gezeigt hat. Ein Drama mit großen Bildern, packenden Kampfszenen und Darstellern, die allesamt auf höchstem Niveau spielen und singen.

Irische Klänge, gewaltiger Chorgesang und wunderschöne Balladen – jedes Stück des Musicals „Artus Excalibur“ wird mit lautstarkem Applaus belohnt. Aber es geht auch leise zu, und so ist bei den Solo-Auftritten von Artus (Armin Kahl), Merlin (Kevin Tarte), Guinevere (Milica Jovanovic), Morgana (Roberta Valentini) und Lancelot (Dominik Hees) nicht einmal ein Hüsteln zu hören im weiten Rund der Tecklenburger Burgruine.

Die alte Sage von Artus, der das zerstrittene Britannien einen will, dabei unterstützt wird von seiner Frau Guinevere und seinem Freund Lancelot sowie dem Zauberer Merlin ist eine ebenso schöne wie tragische Liebesgeschichte. Sie zeigt aber auch, wie sehr Hass einen Menschen verändern kann. Und dieser Hass von Artus auf den Mörder seines Ziehvaters ist es, der Guinevere in die Arme von Lancelot treibt.

Viele Schlachten werden geschlagen, bevor Artus sich besinnt. Die Schwertkämpfe gehören mit zu den beeindruckendsten Bildern. Unter der Regie von Ulrich Wiggers ist ein Musical entstanden, das Auge und Ohr zu begeistern vermag – und das über knapp drei Stunden hinweg.

Das Premierenpublikum zeigt sich begeistert. Kaum ist der letzte Ton des Finales verklungen, springen die Zuschauer auf und klatschen zehn Minuten lang.

„Artus Excalibur“ – bislang nur im schweizerischen St. Gallen auf der Bühne, wird in Tecklenburg als deutsche Erstaufführung gezeigt. Bis zum 28. August ist es noch 19 Mal zu sehen.

Zum Thema

Am Freitag, 22. Juli, ist die nächste Premiere in Tecklenburg: „Saturday Night Fever“ mit Alexander Klaws in der Hauptrolle.

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