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Schauspielerin

Berufsstart mit Skandalen: Eva Mattes wird 66

In ihren Rollen gibt sie immer wieder starke Frauen. Längst gehört sie in die erste Riege der Charakterdarstellerinnen im deutschsprachigen Raum. Heute wird Eva Mattes 66 Jahre alt.

dpa

Eva Mattes wird 66. Foto: Felix Hörhager

Berlin (dpa) – Sie kann auf eine sehr lange Filmografie zurückblicken und ist nach wie vor als Schauspielerin gefragt: Eva Mattes arbeitet bei Film, Fernsehen und im Theater. Vergangenen Februar stand sie noch in Klaus Pohls Stück «Lasst mich in Ruhe!» auf der Bühne. Dann kam der erste Lockdown.

Auch ein szenischer Chansonabend mit Ulrich Noethen zum 75. Jahrestag des Kriegsendes (8. Mai) musste coronabedingt abgesagt werden, wie es auf Mattes' Homepage heißt. Doch immerhin im Fernsehen war die vielseitige Künstlerin, die heute 66 wird, auch dieses Jahr regelmäßig zu sehen, beispielsweise in den Serien «Letzte Spur Berlin» oder in «Lena Lorenz». Zuletzt verkörperte sie in Oscar Roehlers Biopic «Enfant terrible» über den Filmemacher Rainer Werner Fassbinder (1945-1982) dann ihre Kollegin Brigitte Mira (1910-2005).

Eva Mattes trat Anfang der 70er Jahre selbst mehrfach für den exzentrischen Regisseur aus München vor die Kamera. Bevor er sie in der WDR-Serie «Acht Stunden sind kein Tag» (ausgestrahlt 1972/1973) besetzte, hatte er ihr die weibliche Hauptrolle in «Wildwechsel» gegeben. Es geht darin um die Verführung einer Minderjährigen (Mattes). Die Erstausstrahlung des Dramas wurde 1973 in der ARD vom Bayrischen Rundfunk boykottiert - wegen drastischer Sexszenen.

Zuvor ein anderer Skandal: Mattes spielte ein Vergewaltigungsopfer in Michael Verhoevens Vietnamkriegsfilm «o.k.». Dessen umstrittene Teilnahme führte 1970 zum Abbruch der Internationalen Filmfestspiele Berlin.

Geboren am 14. Dezember 1954 in Oberbayern und ohne Schauspielunterricht, entwickelte sich die junge Eva Mattes rasch zu einer exzellenten Charakterdarstellerin, deren Ruf sie bis heute erfolgreich verteidigt. Zwischen 2002 und 2016 gab sie überdies die taffe «Tatort»-Kommissarin Klara Blum vom Bodensee.

Wie als Ermittlerin überzeugt sie in all ihren Rollen immer wieder als starke Frau. Erinnerungen an ihr bisheriges Leben sind als Buch unter dem Titel «Wir können nicht alle wie Berta sein» 2011 erschienen.

© dpa-infocom, dpa:201213-99-676494/3

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