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Amazon-Gründer

Mit 58 will Jeff Bezos nach den Sternen greifen

Berlin (dpa)

Er gründete nicht nur den Onlinedienst Amazon. Als harter Chef und reichster Mensch der Erde berühmt, will er mit Blue Origin zu den Sternen greifen. Mit der «Zwei-Pizzen-Regel» geht er besondere Wege.

Von Johannes Boldt, dpa

Amazon-Chef Jeff Bezos wird 58. Foto: Andrej Sokolow/dpa

Jeff Bezos, der 1964 in Albuquerque, New Mexico, geboren wurde galt schon als Kind als sehr wissbegierig und interessiert an Literatur und Wissenschaft.

So rechnete er seiner Großmutter gerne häufiger vor, wann sie auf Grund ihres Tabakkonsums das Zeitliche segnen sollte. 1986 beendete er an der Princeton University seinen Bachelor of Sience in Elektrotechnik und Informatik mit Bestnote.

Die Marktlücke erkannt und geschlossen

Nachdem er in den 1990er Jahren seinen ersten Job an der Wall Street hatte, sah Bezos, welche Möglichkeiten der Online-Handel bieten würde. Seine Vision, einen weltweiten Online-Buchhandel ins Leben zu rufen, sollte er 1994 erfolgreich umsetzen. In der 2. Woche des Geschäfts macht er bereits einen Umsatz von über 20.000 US-Dollar. In seiner Garage in Kalifornien arbeitete er zunächst auf Türen als Arbeitsplatten. Das moderne E-Business und Online-Crossmarketing war geboren.

Mittlerweile ist Amazon eines der größten Unternehmen der Welt, macht Milliarden-Umsätze und ist Vorreiter im Online-Handel. Jeff Bezos selbst gilt als harter Chef, sein Umgang mit Mitarbeitern ist sehr streng. Bezeichnend ist, dass der Name seines Unternehmens zunächst «rentless» sein sollte, also «gnadenlos». Freunde rieten ihm davon ab. Trotzdem ist Amazon auch über www.rentless.com zu finden.

Der Milliardär kann mit vielen Dingen des modernen Business wenig anfangen. So lehnt er Power-Point-Präsentationen ab und findet eine lebhafte Diskussion zwischen Geschäftspartnern zielführender. Um diese Diskussion sinnvoll zu gestalten, ist ihm die «Zwei-Pizzen-Regel» wichtig. Diese besagt, dass lediglich so viele Leute an einer Sitzung teilnehmen dürfen, dass die Runde mit zwei Pizzen satt zu kriegen ist.

Spenden und Visionen

Laut dem Forbes-Magazine gelten Jeff Bezos und Elon Musk als die reichsten Menschen der Welt. Auch nach seiner medial stark verfolgten Scheidung von seiner langjährigen Ehefrau MacKenzie Bezos, mit der er vier Kinder - darunter eine aus China adoptierte Tochter - hat, änderte sich daran nichts. Während ihm viele Menschen vorwerfen, er und seine Unternehmen würden zu wenig Steuern leisten, spendet der Unternehmer regelmäßig. 35 Millionen US-Dollar investierte er in das Projekt «The Clock of the Long Now», 2 Millionen US-Dollar in eine Kampagne für gleichgeschlechtliche Ehen. Außerdem setzt er sich für die Bekämpfung von Obdachlosigkeit, Hunger und Klimawandel ein.

Neue Unternehmen und Rückzug

Bezos wird äußerst kritisch gesehen. Sein Space-Unternehmen «Blue Origin» gründete er bereits 2000. Richtig bekannt wurde es erst in den letzten Jahren. Er selbst machte im letzten Jahr Schlagzeilen, als er sich einen Flug ins Weltall leistete, was als dekadent und unmoralisch angesehen wurde. 2013 kaufte er sich die Washington Post für 250 Millionen US-Dollar und rettete das Unternehmen durch diese Übernahme. Bis heute ist er angeblich unter jeff@amazon.com zu erreichen. Er soll jede Nachricht persönlich lesen. Doch mittlerweile ist er als Amazon-Chef zurückgetreten und ins zweite Glied getreten. Zu seinem Abschied schrieb er in einem Brief, dass er vor Energie sprühen würde. Zukünftig würde er mehr Zeit in sein Space-Unternehmen investieren.

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