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Sie ist eine Kämpferin - Sinead O’Connor wird 55

Berlin (dpa)

Die Sängerin Sinead O'Connor erlebte früh einen Welterfolg. Danach hatte sie es oft schwer. Heute feiert die Irin ihren 55. Geburtstag.

Johannes Boldt

Die irische Sängerin Sinead O'Connor wird 55. Foto: Daniel Dal Zennaro/epa ansa/dpa

Sinead O’Connor ist eine streitbare Persönlichkeit. Dem Christentum den Rücken zukehrend, konvertierte sie zum Islam. Immer wieder wollte sie, dass man über die wirklich großen Probleme auf der Welt spricht und provozierte mit symbolischen Akten. Heute wird die irische Sängerin 55 Jahre alt.

Schwere Kindheit als Inspiration genutzt

Sinead O’Connor, als drittes von fünf Kindern in Dublin zur Welt gekommen, erlebte eine Kindheit mit vielen Schicksalsschlägen, Misshandlungen und eigenen Abgründen. Die Sängerin, die sich in ihren früheren Jahren durchs Leben kämpfen musste, verarbeitete vieles in ihrer bis heute von Millionen Menschen geliebten Musik. Sie geht offen mit Depressionen um und sprach über Belastungen, die ihr das Leben erschweren. Sie thematisierte große politische und gesellschaftliche Probleme.

Der Durchbruch mit «Nothing Compares 2 You»

Das zweite Album der Irin bedeutete ihren Durchbruch. 1990 veröffentlichte sie «I Do Not Want What I Haven’t Got». Das Album schoss an die Spitze in den Charts. Der Song «Nothing Compares 2 You» - die Cover-Version eines Prince-Songs - wurde zum Welthit. Neben ihrer Stimme, die mit einer Welle aus Emotionen und Kraft das Lied füllt, ist das Musikvideo zu dem Song die entscheidende Begleitung. Die Innigkeit dieses Songs wird begleitet von O’Connors Erscheinungsbild in den 1990er Jahren. Ihr kurzgeschorener Kopf betonte ihre Gesichtszüge um ein Vielfaches. Die Kamera fing ihr Gesicht perfekt ein und transportierte jede Faser des Gefühls nach außen.

Das Bild des Papstes zerrissen

Der Erfolgssängerin gelang es mit ihren extrovertierten Stil Aufmerksamkeit zu erlangen. Um auf Kindesmissbrauchsfälle in der katholischen Kirche aufmerksam zu machen, sang sie 1992 in der Show «Saturday Night Live» den Song «War» von Bob Marley. Bei diesem Auftritt zerriss sie ein Bild von Papst Johannes Paul II. Das Medienecho war gigantisch, allerdings bedeutete diese Aktion ihren ersten Karriereknick.

Voller Inspiration

Sinead O’Connor wurde oft auf ihre psychischen Probleme reduziert, in vielen Phasen schwand das Interesse an ihrer Person und einzelne Stationen wurden lediglich als Randnotiz in den Medien erwähnt. Doch die vierfache Mutter hat sich stets weitergebildet, studierte Gesang und Klavier, später Theologie und praktizierte verschiedene Lebensstile.

Bis 2014 brachte sie zehn Studioalben raus. Nach zwischenzeitlich nur mittelmäßigen Erfolgen gelang es ihr 2014 mit «I‘m Bossy, I‘m the Boss» für 21 Wochen an der Spitze der irischen Charts zu bleiben. Um sich endgültig von ihrem Elternhaus zu befreien, änderte sie 2017 ihren Namen in Magda Davitt. 2018 wurde bekannt, dass sie zum Islam konvertiert sei und ihr Name sich ein weiteres Mal in Shuhada geändert hatte. Auch im traditionellen, muslimischen Gewand trat sie auf und konnte ihre Fans begeistern. Im Juni 2021 veröffentliche sie mit «Rememberings» ihre Memoiren.

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