1. www.wn.de
  2. >
  3. Welt
  4. >
  5. Politik
  6. >
  7. Spahn will Ablaufdatum für Corona-Zertifikate

  8. >

Impfstatus

Spahn will Ablaufdatum für Corona-Zertifikate

Münster

Es werden immer mehr offizielle Stimmen laut, die sich für ein Verfallsdatum des Impfnachweises aussprechen, wenn man sich nicht boostern lässt. Dass der Impfschutz nach einigen Monaten deutlich nachlässt, haben mehrere Experten mehrfach betont. Doch wie will man diese Pläne umsetzen?

Von Marion Fenner

Läuft das Impfzertifikat bald ab, wenn man sich nicht boostern lässt? Foto: dpa Foto: Patrick Pleul

Geimpft oder genesen – nur mit entsprechenden Zertifikaten ist eine fast uneingeschränkte Teilhabe am öffentlichen Leben zurzeit möglich. Laut Bundesgesundheitsministerium heißt es, „wer einen vollständigen Corona-Impfschutz nach nationalen Regelungen erreicht hat, gilt aktuell auch ohne aufgefrischte Impfung weiterhin als vollständig geimpft“. Dass der Impfschutz nach einigen Monaten deutlich nachlässt, haben mehrere Experten mehrfach betont. „Boostern“, also eine dritte Impfung, wird empfohlen – ist aber bisher keine Pflicht zum gültigen Nachweis des Impfstatus.

Nun werden aber mehrere Stimmen laut, die sich für ein Verfallsdatum des Impfnachweises aussprechen. Dazu gehört der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery. Wenn eine Impfung länger zurückliege, müsse der Geimpfte automatisch wieder zurück in den Status des Ungeimpften zurückfallen, sagte Montgomery der Funke-Mediengruppe. Wer sich boostern lasse, gelte dann aber wieder als geimpft.

Plan für einheitliche Regelung in der EU

Die Dauer eines Impfschutzes nach einer Covid-19-Impfung sei weltweit Gegenstand vieler laufender Studien, berichtet das Bundesgesundheitsministerium. Auch der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat laut Medienberichten bei einer Digital-Veranstaltung seines Ministeriums angekündigt, die Dauer des digitalen Corona-Impfzertifikates verkürzen zu wollen. In der Corona-App des Bundes ist ein technisches Auslaufdatum für die digitalen Impfzertifikate ein Jahr nach Einscannen vorgesehen. Dies gilt für jedes einzelne Zertifikat, also auch für eine dritte Auffrischimpfung.

Spahn strebt in diesem Punkt eine mit der EU abgestimmte Regelung an. Die Verkürzung werde aber „nicht über Nacht“ erfolgen, soll Spahn versichert haben. Jeder soll die Möglichkeit erhalten, einen Booster-Termin wahrzunehmen, um das Zertifikat zu verlängern.

Empfehlung auf Grundlage wissenschaftlicher Datenlage

Unterdessen sichte die am Robert-Koch-Institut ansässige Ständige Impfkommission fortlaufend diese wissenschaftliche Datenlage zur Corona-Impfung und passe ihre Empfehlung dazu kontinuierlich an, teilt das Ministerium mit. „Diese medizinisch-fachlichen Erkenntnisse und Bewertungen fließen in die zeitliche Festlegung der medizinischen Gültigkeitsdauer eines Impfzertifikats ein.“ Über die Gültigkeit der Zertifikate wird auch auf EU-Ebene beraten, heißt es aus dem Bundesgesundheitsministerium. In europarechtlicher Hinsicht ende rechtlich die Gültigkeit aller digitalen Covid-Zertifikate der EU (EU-DCC) mit dem Ende des Anwendungszeitraums der DCC-Verordnung am 30. Juni 2022, sofern dieser nicht vorher verlängert werde (Art. 17 der DCC-Verordnung).

Als genesen gilt jeder, der eine überstandene Corona-Infektion nachweisen kann. Nach der „Schutzmaßnahmenausnahme-Verordnung“ gilt das Zertifikat jedoch nur, wenn der Nachweis mindestens 28 Tage und maximal sechs Monate alt ist.

Startseite
ANZEIGE