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Erstes von drei Triellen am Sonntag 

Das TV-Duell wird zum Dreikampf

Münster

Die Spannung vor dem ersten TV-Triell am Sonntagabend bei RTL und ntv könnte nicht größer sein: Schließlich liegen SPD, Grüne und die Union in den Umfragen zur Bundestagswahl dicht beieinander. Erstmals wird das TV-Duell zum Dreikampf. Doch gibt es auch einen neuen Quotenrekord?

Von Stefan Biestmann

Pinar Atalay und Peter Kloeppel moderieren am Sonntag das „Triell“ aus dem RTL-Studio im Berliner Adlershof. Foto: Foto: dpa

Es sind Einschaltquoten, von denen selbst der Münster-„Tatort“ träumt: Mehr als 16 Millionen Menschen verfolgten 2017 das von mehreren Sendern übertragene TV-Duell zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Herausforderer Martin Schulz (SPD). 2005 war die Quote mit 20,98 Millionen noch höher gewesen, als sich Kanzler Gerhard Schröder (SPD) einen Schlagabtausch mit Merkel lieferte.

Die Vorzeichen, dass die TV-Debatte der Kanzlerkandidaten auch in diesem Jahr zum Quotenbringer wird, könnten nicht besser sein. Selten war es vor einer Wahl so spannend: Schließlich liegen SPD, Grüne und die Union in den Umfragen dicht beieinander. Und aus dem TV-Duell wird erstmals ein Dreikampf – mit drei Episoden. Los geht es mit dem ersten TV-Triell an diesem Sonntag um 20.10 Uhr bei RTL und ntv. Armin Laschet (CDU), Olaf Scholz (SPD) und Annalena Baerbock (Grüne) stellen sich den Fragen der Moderatoren Peter Kloeppel und Pinar Atalay. Für die Kandidaten gilt wie immer die Devise: Eine gute Figur machen und Fehler vermeiden. Sie wissen: Oft ist der äußere Eindruck wichtiger als die Aussagen.

TV-Duelle in den USA als Vorbild

Das beste Beispiel dafür lieferte das erste TV-Duell der US-Geschichte, als 1960 der republikanische Bewerber Richard Nixon gegen den späteren demokratischen Präsidenten John F. Kennedy ins Schwitzen geriet und schlecht aussah. 42 Jahre dauerte es, bis das TV-Duell in Deutschland Premiere feierte. Der „Medienkanzler“ Schröder nahm 2002 den Fehdehandschuh seines Herausforderers Edmund Stoi­ber (CSU) auf und duellierte sich zweimal mit ihm – vor einem Millionenpublikum.

Damals gab es übrigens auch drei Kanzlerkandidaten. Aber die TV-Sender schickten nur dem chancenreichsten Duo eine Einladung. Guido Westerwelle (FDP) schaute in die Röhre. Da half auch nicht der Gang vors Bundesverfassungsgericht. Seit 2005 gab es zur Wahl jeweils nur noch ein TV-Duell, das von öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern gemeinsam ausgerichtet wurde. Denn Kanzlerin Angela Merkel ließ sich gar nicht erst auf Wünsche für einen Doppelpack ein.

Umfrage: Jeder dritte Erwachsene will sich mindestens ein TV-Triell anschauen

Die TV-Duelle haben ein starres Korsett: mit Blick auf Redezeiten, Themenblöcke und die zwischen den Sendern austarierte Moderatorenauswahl. Spektakulär ist es dann schon, wenn wie 2013 Stefan Raab als unorthodoxer Fragesteller den verdutzten SPD-Kandidaten Peer Steinbrück anfährt: „Das ist doch keine Haltung, zu sagen: Ich will nur gestalten, wenn ich ,King of Kotelett’ bin.“ Klar ist: Der „King“, also der König oder die Königin der TV-Debatten, kann Rückenwind für den Wahlkampf-Endspurt mitnehmen.

Auch die Sender wollen sich im Kampf um die Gunst des Publikums die TV-Krone aufsetzen. ARD und ZDF legen am 12. September um 20.15 Uhr mit dem zweiten TV-Triell nach. Exakt eine Woche später übertragen Pro Sieben, Sat 1 und Kabel Eins zur besten Sendezeit den letzten Dreikampf. Jeder dritte Erwachsene will sich einer Yougov-Umfrage zufolge zumindest eines der Trielle anschauen. Schließlich wollen viele Menschen dabei sein, wenn wieder TV-Geschichte geschrieben wird.

Das Triell bei RTL

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