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Handgemenge zwischen Aktivisten und Polizei vor Lützerath

Lützerath (dpa)

Das kleine Lützerath soll zur Kohlegewinnung abgebaggert werden - ist aber von Aktivisten besetzt. Der Konflikt steuert nun auf seine heiße Phase zu.

Von dpa

In Lützerath kommt es zu Konfrontationen zwischen Polizei und Aktivisten. Foto: Thomas Banneyer/dpa

Vor der demnächst geplanten Räumung des Dorfes Lützerath im Rheinischen Braunkohlerevier ist es am Montag zu Rangeleien zwischen Polizisten und Klimaaktivisten gekommen. Die Aktivisten warfen Böller, Flaschen und Steine, und es gab Handgemenge, berichteten dpa-Reporter vor Ort. Ein Polizeisprecher sagte, es werde wegen der Böller- und Steinwürfe ein Strafverfahren wegen Landfriedensbruchs eingeleitet.

Zuvor hatten sich Aktivisten auf der Zufahrtsstraße nach Lützerath hinter einer brennenden Barrikade positioniert. Diese Barrikade wurde am Nachmittag von der Polizei weggeräumt, ebenso wie ein Überbau über der Zufahrtsstraße. Mehrere Aktivisten, die sich darauf aufgehalten hätten, seien von Höhenrettern heruntergeholt worden, sagte der Polizeisprecher. «Das ist nicht der Beginn der Räumung», betonte er. Vielmehr würden vorbereitende Arbeiten für die geplante Räumung Mitte des Monats ausgeführt.

Aktivisten wollen um den Ort kämpfen

Lützerath südwestlich von Düsseldorf soll zur Kohlegewinnung abgebaggert werden. In den Häusern leben allerdings Aktivisten, die um den Ort kämpfen wollen. «Die Kohle unter Lützerath muss im Boden bleiben», sagte Antje Bussberg von der Initiative «Alle Dörfer Bleiben» mit Blick auf die klimaschädliche Energiequelle.

Dagegen teilte der Energiekonzern RWE mit: «Die Inanspruchnahme der ehemaligen Siedlung in diesem Winter ist notwendig, um inmitten der Energiekrise eine sichere Versorgung der Kraftwerke zu gewährleisten.» Die Rechtmäßigkeit sei durch die Gerichte abschließend bestätigt. «Alle ursprünglichen Bewohner von Lützerath haben den Ort verlassen», so RWE.

Die Polizei setze auf Deeskalation und Transparenz. «Wir werden Zwangsmittel nur einsetzen, wenn es im Sinne eines verhältnismäßigen und konsequenten Einschreitens oder zur Verfolgung von Straftaten nicht anders möglich ist», sicherte der Aachener Polizeipräsident Dirk Weinspach zu. «Ich appelliere, den Protest gegen eine Räumung nicht mit der Begehung von Straftaten zu verbinden.»

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