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Ein Kontinent in Aufruhr

Lateinamerika wird von Krisen erschüttert

Krawalle in Chile, Proteste und ein Rücktritt in Bolivien, Exodus aus Venezuela – Lateinamerika kommt nicht zur Ruhe. Die Frustration entlädt sich auf der Straße.

Dorle Neumann und Claudia Kramer-Santel

Polizisten verhaften während einer Demonstration einen Demonstranten. Angesichts der gewalttätigen Ausschreitungen in Chile hat Präsident Piñera den Nationalen Sicherheitsrat einberufen. Foto: dpa

Als eine „Oase im unruhigen Südamerika“ hat Chiles Staatschef Sebastian Piñeira noch Mitte Oktober sein Land angepriesen. Doch dann holte ihn die Wirklichkeit mit Wucht ein. Die Erhöhung der Preise für U-Bahn-Tickets um 30 Pesos (4 Cent) brachte für die Chilenen das Fass zum Überlaufen – sie war der Auslöser für ein politisches Feuer, das Chile fast versengt hat. Der Staat erlebt erst friedlichen Protest und dann die Explosion der Gewalt und einen zivilen Ungehorsam, der zuvor unvorstellbar war. Fast zwei Dutzend Tote, lautet die Bilanz der Straßenschlachten in Santiago de Chile und andernorts. Molotow-Cocktails, brennende Barrikaden und Pflaster­steine auf der einen Seite – Tränengas, Gummi­geschosse und Wasserwerfer auf der anderen. Plünderungen und Vandalismus am Rande der Ausschreitungen.

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