Signal gegen Reichweitenangst

Mehr Ladesäulen für E-Autos

Münster/Berlin

Wie und bis wann soll es im „Autoland“ Deutschland ein dichtes Netz an Ladepunkten für E-Autos geben? Wie kann der Kauf der Fahrzeuge besser und stärker gefördert werden? Um diese Fragen geht es beim „Autogipfel“. Nicht nur für die Branche steht viel auf dem Spiel.

Mirko Heuping

Eine Elektroauto-Ladesäule steht auf einem Parkplatz. Foto: Marijan Murat/dpa

Die Bundesregierung will mit ihrem „Masterplan Infrastruktur“ deutschlandweit bis 2030 eine Million Ladestationen für Elektroautos schaffen. Bis in den späten Abend diskutierten am Montag Kanzlerin Angela Merkel (CDU), mehrere Bundesminister, Ministerpräsidenten von „Autoländern“ sowie die Spitzen von Union und SPD mit Vertretern der Hersteller, Zulieferer und Gewerkschaften über die nötigen Maßnahmen, um die Infrastruktur zukunftssicher zu gestalten.

Bereits im Vorfeld gab es breite Zustimmung für das Vorhaben. So könne man „ein Signal setzen“ gegen „die Reichweitenangst der Bürger“, wie Gerd Landsberg betonte. Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes fordert Ladesäulen an allen Tankstellen sowie IT-Schnittstellen, damit jeder E-Auto-Fahrer rechtzeitig erkennen kann, wo eine Ladesäule frei ist.

Geplanter Ausbau des Ladesäulennetzes richtig

Derzeit gibt es rund 21.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte – vor allem auf dem Land muss man derzeit aber oft lange suchen. Daher scheuten die Bewohner in ländlichen Räumen nach Landsbergs Angaben auch den Kauf eines Elektrofahrzeuges. Die Sorge, nach langer Anfahrt in Warteschlangen vor überlasteten Ladestationen zu landen, sei vorhanden.

Auch eine Sprecherin von Europas größtem Automobil-Club ADAC bezeichnete den geplanten Ausbau des Ladesäulennetzes gegenüber unserer Zeitung als „notwendig und richtig“. Staatliche Förderung öffentlicher Infrastruktur sei allerdings über die Startphase hinaus nur dort angebracht, wo ansonsten Netzlücken in der Fläche drohen. Zudem fordert der ADAC, Förderinstrumente zur Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen technologieneutral auszurichten und „das Miet- und Wohnungseigentumsrecht an die Erfordernisse der Elektromobilität anzupassen“.

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