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Alarmierende Studie

Schlechte Noten durch TV-Konsum - Schulfrust treibt Jugendliche vor den Bildschirm

Lüneburg

Jeder fünfte Schüler sitzt täglich mehr als sechs Stunden vor dem Bildschirm – mit drastischen Folgen für die schulischen Leistungen. Nach einer gestern vorgestellten Studie der Krankenkasse DAK und der Leuphana Universität Lüneburg nutzen vor allem 15- und 16-jährige Jugendliche intensiv Fernsehen und Internet. „Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass übermäßiger Medienkonsum sehr häufig zu Schulproblemen führen kann“, sagt Cornelius Erbe, DAK-Gesundheitsexperte.

Frank Polke

Foto: dpa

Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: Die lange Zeit vor dem Fernseher oder dem Bildschirm führe dazu, dass die Leistungen schwächer werden. „Aber auch die umgekehrte Wirkung ist möglich: Wer Schwierigkeiten in der Schule hat, versucht sich möglicherweise mit einem hohen Medienkonsum abzulenken.“ Das sei vor allem bei Mädchen zu beobachten.

Bei der repräsentativen Untersuchung wurden rund 6000 Jungen und Mädchen zwischen elf und 18 Jahren in acht Bundesländern befragt. Dabei zeigte sich, dass Haupt- und Realschüler mehr als doppelt so lange vor dem Fernseher (drei Stunden) sitzen wie Gymnasiasten. Eine gute Nachricht hält die Studie aber doch bereit: „Die viele Zeit vor dem Bildschirm hat keine Auswirkungen auf die Anzahl der Freunde“, sagt Diplom-Psychologin Ina Cramer von der Universität Lüneburg.

Viele Schülerinnen und Schüler würden sich allerdings treffen, um dann gemeinsam Medien zu konsumieren. Früher war das auf den TV-Konsum beschränkt, hat sich aber in den vergangenen Jahren auf gemeinsame Computerspiele und Internet-Nutzung erweitert. „Das aktive Mitmachen in sozialen Netzwerken ist für Jugendliche ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens“ so Cramer. Ihr Umgang mit dem Internet sei meist verantwortlicher als angenommen werde.

Pädagogische Fachkräfte, Eltern und Lehrer sollten aber dennoch in der Vermittlung von Medienkompetenz geschult werden.

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