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Frauen in der CDU-Führungsriege

Silvia Breher: „Das sollte sich dringend ändern“

Münster

Zu wenige Frauen in den Führungsetagen der CDU: Das sollte sich dringend ändern, fordert Silvia Breher (Cloppenburg), Vizevorsitzende der CDU.

Von Claudia Kramer-Santel

Männerriege: Der scheidende CDU-Chef Armin Laschet (l.) bei einem Auftritt mit dem bayrischen Ministerpräsidenten Markus Söder (r.), Unions-Fraktionschef Ralph Brinkhaus (2.v.l.) und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt. Foto: www.imago-images.de/ Political Moments

Über die Lage der Frauen in der CDU sprach unser Redaktionsmitglied Claudia Kramer-Santel mit Silvia Breher (Cloppenburg), Vizevorsitzende der CDU.

Zukunftsteam, Sondierungsteam. Ihren Namen findet man überall: Hängt das auch damit zusammen, dass man in der Nach-Merkel-Ära wenige erfolgreiche Frauen findet?

Silvia Breher: Wir haben immer noch zu wenig Frauen in der CDU, und das setzt sich auch nach oben fort. Wir hatten bislang mit Angela Merkel und Annegret Kramp-Karrenbauer zwei Vorsitzende, jetzt ist Armin Laschet Vorsitzender. Es gibt zwei Stellvertreterinnen, und auch im Präsidium nur zwei Frauen. Das ist zu wenig und sollte sich dringend ändern. Nicht als Selbstzweck, sondern weil mehr Frauen einfach bessere Entscheidungen bringen, eine andere Sicht auf die Dinge. Gemischte Teams sind einfach besser.

In der Debatte um die Nachfolge als Parteichef haben sich bislang nur Männer ins Gespräch gebracht...

Breher: Das stimmt. Ich bin von vielen weiblichen CDU-Mitgliedern darauf angesprochen worden, dass in letzter Zeit extrem viel über Männer gesprochen wird. Viele sagen auch: Wir haben das Männer-Ego-Denken mit Durchstechereien und Nachtretereien inzwischen echt satt. Zu oft wird dabei das eigene Ego über alles andere gestellt. Das ärgert viele Frauen, aber auch viele Männer.

Silvia Breher, stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Foto: Michael Kappeler (dpa)

Warum bringen sich nicht mehr Frauen in die CDU ein?

Breher: Bei uns sind viele Mitglieder Mütter, darüber sind wir froh. Das gibt aber nicht nur einen anderen Blick auf die Dinge, sondern auch einen anderen Zeithorizont. Ob man da politisch aktiv wird, überlegt man sich genau. Ich find es auch absolut in Ordnung, wenn wir einen männlichen Vorsitzenden wählen. Aber nur, wenn das Team stimmt. Das bedeutet, nicht mehr mehrere Männer zu haben, die gegeneinander kandidieren, um am Ende doch keine Befriedung zu erzielen. Wir brauchen eine andere Aufstellung, mehr den Gedanken des Teams. Man sollte nicht alles einer Person alleine aufbürden und sich am Ende noch freuen, wenn es nicht klappt.

Muss man nicht andere Aktionsformen in der Partei finden?

Breher: Ja. Und wir haben mit unserer Strukturkommission wirklich tolle Formate gefunden. Wir sollten auch das Quorum zu einer Quote fortentwickeln und den Rahmen ändern in dieser doch sehr männlich geprägten Partei. Wir konnten das leider nicht zu Ende führen, weil die Debatte coronabedingt auf dem Parteitag nicht stattfinden konnte. Wir müssen aber nun digitale Formate mehr in unsere Parteiarbeit implementieren. Man muss nicht wegen jedem Beschluss Fachausschüsse in Berlin zusammentrommeln.

Müssten die CDU-Frauen kämpferischer sein?

Breher: Ach, ich glaube wir sind sehr gut vernetzt. Wir versuchen etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen. Und wir rennen damit doch offene Türen ein. Viele Männer in der Partei sind auf der Suche nach Frauen, die einfach Lust haben, mitzumachen.

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