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Corona-Pandemie

UN-Generalsekretär: Welt versagt bei Impfstoff-Gerechtigkeit

Genf (dpa)

Die Botschaft der WHO ist klar: Nur wenn die Corona-Pandemie überall mit Impfungen bekämpft werden kann, kann sie künftig kontrolliert werden. Milliarden Dollar sollen helfen. Deutschland macht mit.

Von dpa

«Größtes moralisches Versagen unserer Zeit»: António Guterres. Foto: Mark Garten/UN/dpa

UN-Generalsekretär António Guterres hat die ungleichen Chancen reicher und armer Staaten bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie scharf kritisiert.

«Die Ungleichheit bei der Verfügbarkeit von Impfstoffen ist das größte moralische Versagen unserer Zeit. Die Menschen und die Staaten zahlen den Preis», sagte Guterres am Mittwoch zum Start einer WHO-Kampagne zur Unterstützung ärmerer Staaten.

Die Weltgesundheitsorganisation möchte insbesondere von den reichen Staaten 16 Milliarden Dollar (14 Milliarden Euro) einsammeln, um in den nächsten Monaten Impfstoffe, Tests und Medikamente zielgerichtet zur Verfügung zu stellen. In Afrika seien im Gegensatz zu Europa und anderen reichen Regionen nur acht Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft, sagte Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa.

2,2 Milliarden Euro aus Deutschland

Mit dem Geld für den sogenannten ACT-Accelerator könne ein Pool mit 600 Millionen Impfdosen geschaffen, 700 Millionen Tests gekauft sowie die Behandlung von 120 Millionen Patienten ermöglicht werden, hieß es seitens der WHO. Angesichts der weltwirtschaftlichen Folgen der Pandemie seien die 16 Milliarden Dollar ein sehr überschaubarer Betrag, so der WHO-Botschafter für globale Gesundheitsfinanzierung, Gordon Brown.

Die Bundesrepublik - mit 2,2 Milliarden Euro bisher einer der größten und verlässlichsten Geldgeber der Kampagne - kündigte weitere Unterstützung an. «Wir planen, unseren fairen Anteil auch 2022 beizusteuern», sagte Staatssekretär Niels Annen vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Um für künftige Corona-Wellen besser gewappnet zu sein, investiere Deutschland bereits 500 Millionen Euro in die Herstellung von Vakzinen in Afrika - vor allem in Ghana, Ruanda, Senegal und Südafrika, sagte Annen. Dort wolle auch der Impfstoffhersteller Biontech entsprechende Standorte gründen.

EU sagt Afrika weitere 125 Millionen Euro zu

Die EU stellt nach Angaben von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen weitere 125 Millionen Euro zur Unterstützung von Corona-Impfkampagnen in Afrika bereit. Das Geld werde dazu dienen, eine gute Verteilung von Impfstoffdosen sicherzustellen und medizinische Teams zu schulen, sagte sie bei einem Besuch des Institut Pasteur in der senegalesischen Hauptstadt Dakar. Zudem sollten die Analyse- und Sequenzierungskapazitäten gestärkt werden, «um dem Virus immer einen Schritt voraus zu sein».

«Wir haben einen Plan, wir haben die Werkzeuge, wir haben die Hoffnung», sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Wenn die Welt jetzt solidarisch sei, könne die Pandemie in diesem Jahr unter Kontrolle gebracht werden. Die WHO hat das Ziel, dass bis zur Jahresmitte 70 Prozent der Weltbevölkerung geimpft sind. Aktuell sind es den Angaben zufolge etwa die Hälfte.

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