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Begräbnis von Prälat Hermann Scheipers

„Unerschrockener Botschafter für die Sache Christi“ zu Grabe getragen

Die Familie, Weggefährten und zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens und der Kirche nahmen am Samstagmorgen Abschied von Prälat Hermann Scheipers.

wn

Münsters Bischof Dr. Felix Glenn zelebrierte das Requiem. Foto: Martin Fahlbusch

In einem bewegenden und würdevollen Requiem nahmen am Samstagmorgen die Pfarrgemeinde St. Lambertus und die Stadt Ochtrup von Prälat Hermann Scheipers Abschied. An der Beerdigung des im Alter von fast 103 Jahren verstorbenen Priesters nahmen viele Weggefährten aus den Bistümern Dresden-Meißen und Münster teil. Hier hatte der Ochtruper viele Jahre als segensreicher und unbeirrbarer Seelsorger gewirkt. Für die Republik Polen war Vizekonsul Przemyslaw Gemniak aus dem Generalkonsulat Polens in Köln zugegen, um die Wertschätzung des polnischen Volkes für den Verstorbenen zu dokumentieren. Münsters Bischof Dr. Felix Genn, der das in Konzelebration mit vielen Geistlichen aus den beiden Bistümern gefeierte Requiem gemeinsam mit Domdekan Klemens Ullmann und Dompfarrer Norbert Büchner aus dem ostdeutschen Bistum leitete, sprach von einer historischen Stunde: „Heute übergeben wir den letzten der Priester, die im nationalsozialistischen Konzentrationslager Dachau eingekerkert, ermordet, gestorben waren oder die unsäglichen Gräueltaten und Erniedrigungen überlebt haben, dem Herrn unserem Gott, der Prälat Hermann Scheipers nun in die Ewigkeit abberufen hat.“ Neben Scheipers’ Nichten und Neffen mit ihren Familien nahm auch sein 99-jähriger Bruder Josef Abschied. Münster Bischof erinnerte an die Lebenslosung des verstorbenen Prälaten, die in seinem festen Glauben gegründet war: „Einzig lobenswert im Leben eines Menschen ist die Bitte um Vergebung.“ Ochtrups Bürgermeister Kai Hutzenlaub würdigte den Prälaten als unerschrockenen Botschafter für die Sache Christi, der NS- und SED-Regime die Stirn geboten habe und dabei stets den Menschen zugewandt war. Prälat Hermann Scheipers fand auf dem Friedhof „Alte Maate“ seine letzte Ruhestätte.

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