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Feministische Außenpolitik erreicht Deutschland

Weiblicher Blick auf den Krieg

Annalena Baerbock ist angetreten, in Deutschland eine feministische Außen­politik umzusetzen. Hauptansatzpunkte sind Abrüstung und ein erweiterter Sicherheitsbegriff. Stellt der aktuelle Ukraine-Krieg alles infrage? Oder ist der institutionalisierte weibliche Blick auf den Krieg gerade jetzt ein wichtiges Korrektiv?

Von Claudia Kramer-Santel

Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen, M), Außenministerin, informiert sich im verlassenen Ort Schyrokyne an der Frontlinie zwischen der ukrainischen Armee und den von Russland unterstützten Separatisten über die Lage im Konfliktgebiet Donbass. Foto: dpa Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Frauen in der Diplomatie abseits der Rolle als Botschaftergattinnen sind eine relativ neues Phänomen. Eine Pionierin war die gerade verstorbene Madeleine Albright, die 1997 als erste Frau das US-Außenministerium übernahm. Ihre Unerschrockenheit brachte sie ganz nach oben. Berüchtigt waren ihre Botschaften per Brosche. Wer wissen wollte, was sie über ihr Gegenüber dachte, schaute auf ihre Schmuckstücke. Zu einem Treffen mit Wladimir Putin trug sie eine Brosche mit drei Affen. Berühmt und umstritten ist auch ihr Zitat bei einer Wahlkampf-Werbeaktion für Hillary Clinton: „Vergesst nicht, es gibt diesen besonderen Platz in der Hölle – für die Frauen, die sich nicht gegenseitig helfen.“ Doch trotz dieser kämpferischen Töne – eine erklärte Feministin mit einem entsprechenden gesellschaftlichen Missionsdrang war sie nicht.

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