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Bundesweite Erhebung zu Löhnen in der Pflege

Zwei Drittel zahlen keinen Tarif

Münster

Eine bundesweite Erhebung bei Pflegediensten und in Pflegeeinrichtungen liefert ernüchternde Ergebnisse. Zwei Drittel der Betriebe zahlen nicht nach Tarif. Ein Gesetz soll das ab September ändern.

Von Andreas Fier

Altenpflegerin in einem Heim

Weniger als ein Drittel der Pflegeeinrichtungen, Altenheime und Pflegedienste in Nordrhein-Westfalen bezahlt seine Angestellten nach Tarif. Das ist das Ergebnis einer bundesweiten Erhebung der Pflegekassen, über die der AOK-Bundesverband berichtet. Hintergrund: Ein Gesetz schreibt den Pflegekassen vor, dass sie ab 1. September Versorgungsverträge ausschließlich mit Einrichtungen abschließen dürfen, die nach Tarif zahlen.

In NRW gibt es mehr als 7000 Betriebe, die in der ­Altenpflege tätig sind. Die Tarif-Quote liegt laut AOK im größten Bundesland zwar leicht über dem Bundesschnitt. AOK-Chefin Carola Reimann sieht dennoch „viel Luft nach oben“.

Mit einem durch­schnitt­lichen Bruttolohn über alle Berufsgruppen von 20,59 Euro pro Stunde liegt NRW bundesweit auf Platz zwei. Unterschieden wird hier zwischen Pflegepersonal, das eine dreijährige Ausbildung absolviert hat (23,28 Euro), Personal mit einjähriger Ausbildung (19,75 Euro) ­sowie Hilfskräften (17,03 Euro).

Höher ist der Tariflohn nur in Schleswig-Holstein (20,77 Euro). Bundesweit liegt der durchschnittliche Stundenlohn über alle Berufsgruppe bei 18,95 Euro. Die Erhebung zeigt zudem deutliche Lohnunterschiede zwischen Ost und West. Mit 17,25 Euro verdienen Pflegemitarbeiter in Sachsen-Anhalt bundesweit am schlechtesten.

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