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Centre Pompidou

Britischer Stararchitekt Richard Rogers gestorben

London (dpa)

Richard Rogers schuf das berühmte Centre Pompidou in Paris. Seine einprägsamen Bauwerke waren modern, funktionell und kehrten oft das Innere nach außen.

Von dpa

Richard Rogers hat 2006 in Venedig den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk bekommen. Foto: Andrea Merola/epa/dpa

Der High-Tech-Architekt Richard Rogers ist tot. Das berichteten verschiedene Medien unter Berufung auf die Familie und seinen Sprecher.

Demnach starb der Brite am Samstagabend im Alter von 88 Jahren in seinem Haus in London. Rogers hinterlässt seine Frau und vier Söhne. Er galt als einer der erfolgreichsten und einflussreichsten Architekten weltweit.

Richard Rogers' bekanntestes Bauwerk ist der radikale Kulturpalast Centre Pompidou in Paris, den er zusammen mit dem Italiener Renzo Piano entwarf. Der Innenraum lässt sich maximal nutzen, da die Architekten das gesamte Versorgungssystem in künstlerische Elemente verwandelten.

High-Tech-Bewegung

Geboren wurde Rogers am 23. Juli 1933 in eine großbürgerliche Familie in Florenz, die kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs nach London zog. Rogers studierte erst in London, dann mit Norman Foster in Yale. Die beiden gründeten 1963 mit den beiden Architektinnen Su Brumwell und Wendy Cheesman das sogenannte Team 4, woraus sich die britische High-Tech-Bewegung entwickelte.

Norman Foster, der Rogers zu seinen engen Freunden zählte, veröffentlichte im Fachmagazin «Building Design» eine lange Hommage. «Ich werde dich sehr vermissen», schrieb der 86-jährige britische Architekt. «Richards Vermächtnis wird weiterleben», hieß es weiter.

Rogers begriff sich als moderner Funktionalist. In England herrschte damals extreme Wohnungsnot, die nur mit billigen, vorgefertigten Häusern gelindert werden konnte. Doch Rogers entwickelte seinen farbenfrohen, wiedererkennbaren, aber auch anpassungsfähigen Stil, bei dem er sowohl die Gebäudestruktur als auch die Infrastruktur als Designelemente einsetzte.

Paris, London, Wales, New York

Nach seinem weltweiten Durchbruch in den siebziger Jahren mit dem Centre Pompidou entwarf er das Hauptquartier für den Versicherungsmarkt Lloyd's of London; es folgten der Millennium Dome, der Terminal 5 des Flughafens Heathrow sowie das Leadenhall Building im Londoner Finanzbezirk mit dem Spitznamen «Cheesegrater» (Käsereibe).

Auch das sehr hell und offen gestaltete walisische Parlament namens Senedd in Cardiff mit seiner besonderen, geschwungenen Architektur ist ein Werk von Rogers. Man danke «Lord Rogers» für seine Vision und sei in Gedanken bei seinen Freunden und seiner Familie, hieß es auf dem Twitter-Account des Parlaments.

Den Bau des Three World Trade Centers in Manhattan schloss er kurz vor seinem 85. Geburtstag ab. Auch dieser Wolkenkratzer wird – typisch für Rogers – von einem äußeren Verstrebungssystem aus reflektierendem Glas und Edelstahl zusammengehalten. Das American Institute for Architects verlieh ihm 2019 dafür und für sein Lebenswerk den höchsten Architekturpreis der Vereinigten Staaten, die AIA-Goldmedaille.

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