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Rockmusiker

Keith Richards spürt «neue Energie» - Europa-Tournee?

London (dpa)

Offiziell ist es noch nicht - aber vieles deutet darauf hin, dass die Rolling Stones im Sommer auf Europa-Tournee gehen und auch in Deutschland einige Konzerte spielen. Keith Richards hat es angedeutet.

Von Philip Dethlefs und Michael Kieffer, dpa

Keith Richards: Eine neue Tour ist im Gespräch, aber noch nicht bestätigt. Foto: Warren Toda/EPA/dpa

Sie können es einfach nicht lassen. Vieles deutet darauf hin, dass die legendären Rolling Stones zum bevorstehenden 60-jährigen Band-Bestehen im Sommer eine Europa-Tournee planen. Am Montag will die Band eine mit Spannung erwartete Ankündigung machen.

Der Stones-Gitarrist Keith Richards hatte zuvor über entsprechende Pläne gesprochen. «Wir lassen nicht 60 Jahre verstreichen, ohne etwas zu machen», sagte der 78-jährige der Deutschen Presse-Agentur in London. «Aber im Moment sind wir dabei zu klären, wo und wann.» Auch dem «Spiegel» verriet «Keef» jetzt, dass eine Tournee im Gespräch sei - um dann in typischer Richards-Manier hinzuzufügen: «Ich darf es nicht bestätigen, glaube ich.»

Videoclips befeuern Spekulationen

Die Veteranen-Rockband befeuerte die Spekulationen am Wochenende mit kurzen Videoclips in sozialen Medien. Auf dem Account von Frontmann Mick Jagger wurde ein Video von einer Textnachrichten-Konversation mit Gitarrist Ronnie Wood veröffentlicht. Jagger: «Hey Ronnie, es ist alles bestätigt! Bist du bereit? MJ». Dann Woods: «Yeah!». Jagger: «Ich habe auf dem Festnetz mit Keith gesprochen, er trifft uns dort.» Ein anderer animierter Clip zeigt Europa aus dem Weltall betrachtet. An mehreren Orten taucht das berühmte Zungen-Logo der Band auf.

Es wäre die erste Europa-Tournee seit dem Tod von Drummer Charlie Watts - er war am 24. August 2021 im Alter von 80 Jahren gestorben. Seinen Platz hinter dem Schlagzeug nahm auf der jüngsten US-Tournee Steve Jordan ein. Watts hatte der Band seinen Freund Jordan selbst empfohlen, als bei ihm Gesundheitsprobleme aufgetreten waren. Der 57-jährige soll auch in Zukunft für die Stones trommeln.

Neue Besetzung

Bei aller Trauer um ihren Bandkollegen Watts - der Wechsel am Drumkit hat für Keith Richards immerhin einen Vorteil. «Die Arbeit mit Steve Jordan hat irgendwie eine neue Energie und Lebensfreude mitgebracht.» Man wolle nun sehen, «was wir in der neuen Besetzung noch auf die Beine stellen können. Es ist einiges in Arbeit.»

Auch ein neues Studioalbum der Rolling Stones scheint nicht ausgeschlossen. Das bislang letzte, «Blue & Lonesome», erschien 2016 und enthielt ausschließlich Coverversionen von Bluessongs. Mit Blues- und Rock'n'Roll-Standards hatte die musikalische Laufbahn der Gruppe einst auch begonnen.

Am 12. Juli 1962 spielten die Rolling Stones in London ihr erstes Konzert unter dem Bandnamen. Von der heutigen Besetzung waren beim Auftritt im inzwischen geschlossenen Marquee Club aber nur Jagger und Richards dabei. In den folgenden Jahrzehnten schrieb das kongeniale Duo zusammen unzählige Hits wie «(I Can’t Get No) Satisfaction», «Brown Sugar», «Angie», «Start Me Up» oder «Mixed Emotions».

Niemand denkt ans Aufhören

Damit wurden die Stones zu einer der erfolgreichsten Bands der Welt, die überall große Hallen und Stadien füllt. Daran hat sich auch im fortgeschrittenen Rentneralter nichts geändert. Zuletzt hatte die 2017 in Hamburg begonnene, wegen der Corona-Pandemie unterbrochene «No Filter»-Tournee die Veteranen durch die USA geführt. Dort standen Jagger und Kollegen unter anderem in Los Angeles an zwei ausverkauften Abenden vor insgesamt über 160.000 Zuschauern auf der Bühne.

Ein Aus der ikonischen Rockband müssen die Fans wohl auch nach dem Tod von Charlie Watts eher nicht befürchten. «Willst du Geld darauf wetten?», scherzte Rock-Legende Richards im dpa-Gespräch. «Ich sehe nicht, dass die Rolling Stones irgendwann aufhören.»

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