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RKI-Bericht

Eher Seitwärtsbewegung als sinkender Trend bei Corona-Zahlen

Berlin (dpa)

Die Omikron-Sublinie BA.5 hat sich in der Corona-Pandemie in Deutschland annähernd durchgesetzt. Aber führt das auch bald zu einer Trendumkehr bei der laufenden Sommerwelle?

Von dpa

Die Omikron-Sublinie BA.5 dominiert in Deutschland. Foto: Matthias Balk/dpa

In der Corona-Sommerwelle erwartet das Robert Koch-Institut (RKI) auch in den kommenden Wochen weitere Herausforderungen.

Es sei noch mit Fällen und vor allem in den höheren Altersgruppen mit Krankenhauseinweisungen, einer Zunahme von intensivmedizinischen Behandlungen und mit Todesfällen zu rechnen, geht aus dem RKI-Wochenbericht zu Covid-19 von Donnerstagabend hervor. In allen Altersgruppen bleibe der Infektionsdruck hoch. Das belaste auch das Gesundheitssystem.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sei vergangene Woche im Vergleich zur Vorwoche nur leicht gesunken. Das Gesamtbild ergebe sich aus bereits fallenden Inzidenzen in den meisten westdeutschen Bundesländern und Berlin - bei noch leicht steigenden Inzidenzen in den anderen ostdeutschen Bundesländern und Bayern. «Weiterhin ist eher eine Seitwärtsbewegung als ein sinkender Trend zu beobachten», heißt es. Bei den besonders gefährdeten Menschen ab 80 Jahren sei die Inzidenz weiter angestiegen. Ausbrüche in Pflegeheimen hätten zugenommen.

Akute Atemwegsinfektion

Neben der Inzidenz, die das Infektionsgeschehen unvollständig widerspiegelt, blickt das RKI in dem Bericht noch auf einige weitere Datenquellen. Insgesamt schätzt es für vergangene Woche, dass 800.000 bis 1,5 Millionen Menschen Corona mit Symptomen einer akuten Atemwegsinfektion hatten. Bei den Todesfällen in Verbindung mit dem Virus spricht das RKI von einem Plateau von wöchentlich knapp über 400. Die Zahl der Krankenhausaufnahmen von Menschen, die eine schwere akute Atemwegsinfektion haben und eine Covid-19-Diagnose, habe sich nach einem mehrwöchigem Anstieg im Juni nun auf erhöhtem Niveau stabilisiert, schreibt das RKI. Genannt wird für die Vorwoche eine Zahl von 3900 Aufnahmen, bei denen beide Kriterien zusammenkamen.

Wie weiter aus den Analysen hervorgeht, hat sich hierzulande die Omikron-Sublinie BA.5 weitestgehend durchgesetzt: Nach den aktuellsten verfügbaren Daten ist die Linie in knapp neun von zehn positiven Proben gefunden worden. Eine Ausbreitung der Omikron-Sublinie BA.2.75, über deren Mutationen sich manche Forscher zuletzt besorgt gezeigt hatten, wird laut RKI hauptsächlich in Indien und verschiedenen anderen Regionen weltweit beobachtet. Hierzulande seien insgesamt vier Nachweise bekannt. Die Autoren halten auch fest, dass ein Wachstumsvorteil von BA.2.75 in einem von BA.4 und BA.5 dominierten Geschehen - wie in Deutschland - aktuell unbekannt sei.

Am Freitagmorgen gab das RKI die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz mit 607,0 an. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche bei 630,4 gelegen (Vorwoche: 729,3; Vormonat: 646,3). Allerdings liefern auch diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen, unter anderem, weil nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 84 798 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 107 819) und 153 Todesfälle (Vorwoche: 113) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen und Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich.

Das RKI ruft im Wochenbericht weiter dazu auf, die Empfehlungen zum Vermeiden von Ansteckungen «unbedingt» einzuhalten. Die Werte zu akuten Atemwegserkrankungen in der Gesamtbevölkerung wie die Zahl der Arztbesuche seien weiterhin höher als in den Vorjahren um diese Zeit.

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