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Prozess um Sexualstraftaten

Mädchen zum Missbrauch angeboten - Angeklagter geständig

Tatort Parkplatz: In Bayern steht ein Mann vor Gericht, weil er die Tochter seiner Lebensgefährtin Lastwagenfahrern zum Missbrauch angeboten haben soll. Die Mutter soll das gebilligt haben.

dpa

Die Anklage geht davon aus, dass der heute 49-Jährige das Kind seiner Lebensgefährtin über etwa zwei Jahre schwer sexuell missbraucht hat. Foto: Nicolas Armer

Schweinfurt (dpa) - Zwangsprostitution eines Mädchens auf Autobahnparkplätzen, schwerer sexueller Kindesmissbrauch, Herstellen von kinderpornografischen Schriften: Ein wegen Dutzender Übergriffe angeklagter Mann hat die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft weitgehend eingeräumt.

Das sagte der Verteidiger des 49-Jährigen. Weil die Jugendschutzkammer am Landgericht Schweinfurt die Öffentlichkeit für die Aussage des Mannes ausgeschlossen hatte, wurden Details des Geständnisses nicht bekannt. Der Verteidiger sagte, sein Mandant habe nicht mit dem Kind Geld verdienen wollen - anders als in der Anklage formuliert. Der Angeklagte ist bisher nicht wegen derartiger Vergehen vorbestraft.

Oberstaatsanwalt Gabriel Seuffert schilderte zu Prozessbeginn rund eine Stunde lang die mutmaßlichen Übergriffe des 49-Jährigen auf das Kind seiner Lebensgefährtin. Die Taten sollen sich über zwei Jahre erstreckt haben, der mutmaßliche Missbrauch begann, als das Mädchen neun Jahre alt war. Oftmals fotografierte und filmte der Mann die Taten laut Anklage in einer Wohnung im Raum Bad Kissingen, aber auch bei Radausflügen in der Umgebung.

Die 39 Jahre alte Mutter des Mädchens soll bei etlichen Taten zwischen Sommer 2018 und Sommer 2020 dabei gewesen sein und diese toleriert haben. Der Angeklagte soll die Frau unter anderem durch Trennungsandrohung gefügig gemacht haben.

Sie muss sich in einem gesonderten Verfahren wegen Beihilfe zum schweren sexuellen Missbrauch von Kindern durch Unterlassen verantworten.

Laut Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte das Kind auch anderen Männern zum Missbrauch angeboten haben, um sich zu erregen und Geld zu verdienen. «Hierzu fuhr er das Mädchen zu verschiedenen Autobahnparkplätzen», sagte Oberstaatsanwalt Seuffert. Viele Lastwagenfahrer hätten das Angebot abgelehnt, mindestens einer soll es allerdings angenommen und sich an dem Mädchen vergangen haben. Fünf Euro und eine Packung Zigaretten soll der Unbekannte dem Kind dafür gegeben haben. Der Mann ist bisher nicht gefunden.

Ein weiterer Verdächtiger soll mit einem Zettel auf einer Autobahntoilette nach schnellem Sex gesucht haben. Der 49-Jährige, der den Zettel mit Telefonnummer fand, veranlasste die Minderjährige laut Anklage, sich mit dem Mann zu treffen. Dieser soll sich in mindestens zwei Fällen an der Schülerin vergangen haben. Der 50-Jährige steht von Ende Mai an wegen Kindesmissbrauchs vor Gericht.

Die Machenschaften des 49-Jährigen waren letztendlich aufgeflogen, weil sich ein Lastwagenfahrer an die Polizei gewandt hatte.

© dpa-infocom, dpa:210426-99-355675/5

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