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Kriminalität

Mann sucht Auftragsmörder - und fällt auf Betrüger rein

Berlin (dpa)

Wo bekommt man einen Auftragskiller her? Ein 28-Jähriger hat einen im Darknet gesucht, um einen Nebenbuhler ausschalten zu lassen. Die Sache ging für den Auftraggeber am Ende aber schief.

Von dpa

Killer-Suche im Darknet: Ein 28-Jähriger hat das versucht, um einen Nebenbuhler töten zu lassen. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn

Auf der Suche nach einem Auftragsmörder ist ein 28-Jähriger nach Überzeugung von Ermittlern auf einen Betrüger reingefallen - und sitzt nun in Haft. Die Staatsanwaltschaft Berlin hat den Mann wegen versuchter Anstiftung zum heimtückischen Mord aus Habgier angeklagt, wie sie am Donnerstag mitteilte.

Die Geschichte dahinter wirkt abstrus bis filmreif: Um die Liebe eines Mannes zu gewinnen, in den er sich 2020 verliebt hatte, soll der 28-Jährige abenteuerliche Dinge unternommen und letztlich im Darknet nach einem Auftragskiller gesucht haben. Dieser sollte den Partner des Mannes beseitigen, damit er selbst freie Bahn hatte.

Hexenflüche und Verwünschungen

Zunächst soll der 28-Jährige laut Staatsanwaltschaft mit im Internet buchbaren «Hexenflüchen» versucht haben, seinen Schwarm mit digitalen Verwünschungen für sich zu gewinnen. Als ihn der Mann weiter abblitzen ließ, sei die Eifersucht weiter gewachsen und der 28-Jährige habe beschlossen, den vermeintlichen Nebenbuhler töten zu lassen. Im Darknet schien sich eine entsprechende Möglichkeit aufzutun.

Nach den Ermittlungen ließ sich der Beschuldigte bei einer Website registrieren und lieferte Informationen wie Adresse und Fotos seines Opfers. Im März 2022 soll er dann erstmals in Bitcoins, der weltweit bekanntesten Digitalwährung, rund 9000 Dollar für den Mord ausgelobt haben. Diese Summe habe er mehrfach erhöht, sei aber immer wieder von seinen angeblichen Geschäftspartnern hingehalten worden. Letztlich hatte der Beschuldigte laut Ermittlungen sein Angebot auf etwa 24.000 Dollar in Bitcoins erhöht und drei Auftragsmörder beauftragt. Tätig wurde keiner.

Geld zurück gibt's nicht

Stattdessen offenbarte der Administrator der Website dem 28-Jährigen, dass dieser auf eine Betrugsseite reingefallen sei. Geld zurück gebe es nicht - aber er könne sich ja selbst als Auftragskiller auf der Webseite anbieten und so seinerseits vermeintlich Kunden betrügen. Das soll der Beschuldigte auch getan haben - und parallel weiter nach einem Auftragskiller gesucht haben.

Nach den Angaben der Staatsanwaltschaft kam die Polizei dem 28-Jährigen durch die Recherchen einer Journalistin auf die Spur. Er befindet sich seit vergangenem April in Untersuchungshaft.

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