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Energieversorgung

Bund bei angeschlagenem Energiekonzern Uniper eingestiegen

Berlin/Düsseldorf (dpa)

Die Bundesregierung hat dem bisherigem finnischen Mehrheitsaktionär die Anteile abgekauft. Der Staat hält nun 99 Prozent des Unternehmens. Wie geht es weiter?

Von dpa

Klaus-Dieter Maubach ist Vorstandsvorsitzender des Energieversorgers Uniper. Foto: Roberto Pfeil/dpa

Der Energiekonzern Uniper ist weitestgehend verstaatlicht. Die Beteiligung des Bundes sei erfolgt, teilten das Bundeswirtschaftsministerium und das Bundesfinanzministerium am Donnerstag in einer gemeinsamen Mitteilung in Berlin mit. Uniper hat eine Kapitalerhöhung über acht Milliarden Euro durchgeführt, bei der ausschließlich der Bund zur Zeichnung zugelassen war. Außerdem hat die Bundesregierung Unipers bisherigem finnischen Mehrheitsaktionär Fortum die Anteile abgekauft. In der Folge hält der Bund nun rund 99 Prozent des Unternehmens.

Uniper schätzt, dass sich die benötigten Staatshilfen bis Ende 2024 auf insgesamt mehr als 30 Milliarden Euro ausweiten könnten. Am Mittwoch waren Uniper bereits weitere 5,5 Milliarden Euro frisches Geld zugeflossen. Ingesamt hat Uniper damit in diesem Jahr 13,5 Milliarden Euro an staatlicher Unterstützung über Eigenkapitalmaßnahmen erhalten. «Um es klar zu sagen: Dies sind Kosten, die Uniper und Deutschland als Folgen des Kriegs gegen die Ukraine und der Einstellung der Gaslieferungen aus Russland entstanden sind», hatte Vorstandschef Klaus-Dieter Maubach gesagt.

Die Europäische Kommission hatte den Staatshilfen am Dienstagabend zugestimmt, nachdem am Montag bereits Unipers Aktionäre grünes Licht gegeben hatten. Der Düsseldorfer Konzern ist wegen des russischen Gas-Lieferstopps in Existenznot geraten, denn die Gaspreise haben sich daraufhin vervielfacht. Das fehlende Gas aus Russland muss das Unternehmen teuer auf dem Gasmarkt einkaufen, um eigene Lieferverträge zu erfüllen, die der Konzern mit seinen Kunden noch vor der Krise zu günstigeren Konditionen abgeschlossen hatte. Dies führt bei Uniper zu tiefgreifenden Liquiditätsproblemen.

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