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Konflikt um die Ukraine

Der Kursrutsch an der New Yorker Börse geht weiter

New York (dpa)

Der Russland-Ukraine-Konflikt wirkt sich auch auf die US-Börsen aus. Anleger reagieren nervös.

Von dpa

Der Russland-Ukraine-Konflikt lässt auch die US-Börsen nicht kalt. Foto: John Minchillo/AP/dpa

Die Angst vor einem militärischen Ukraine-Konflikt und seinen Folgen hat die US-Börsen auf mehrmonatige Tiefs gedrückt.

Eine frühe Erholung wurde schnell wieder beendet, im späten Handel sackte der Dow Jones Industrial mit knapp 33 085 Punkten auf das niedrigste Niveau seit April 2021. Über die Ziellinie ging der Leitindex dann 1,38 Prozent tiefer bei 33 131,76 Punkten. Allmählich gerät die runde Marke von 33.000 Punkten ins Visier.

Cyberattacken gegen die Ukraine und ein Bericht des US-Magazins «Newsweek», wonach die USA vor einem militärischen Angriff Russlands auf die Ukraine in den nächsten 48 Stunden warnen, trieben die Anleger in die Flucht. Hinzu kommt die Sorge vor rasant ansteigenden Rohstoffpreisen, die das Zeug dazu haben könnten, den schon länger hohen inflationären Gegenwind noch weiter zu verstärken.

Diese Hintergründe trieben die Anleger auch am breiten Aktienmarkt in die Flucht. Der breit gefasste S&P 500 verlor 1,84 Prozent auf 4225,50 Punkte. Er sackte ebenso auf das niedrigste Niveau seit Juni 2021 ab wie der technologielastige Nasdaq 100, der am Ende sogar 2,60 Prozent auf 13.509,43 Zähler einbüßte.

Zum Auftakt hatte es noch Hoffnung gegeben, dass die Folgen der Sanktionen beherrschbar bleiben und diplomatische Lösungen noch denkbar sind. Börsianer sehen das Ende der Fahnenstange bei den Sanktionen aber noch nicht erreicht, sie rechnen mit noch weitreichenderen Maßnahmen. Gespräche über mögliche Lösungen gestalten sich derweil schwierig. Ein geplantes Treffen mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow wurde von dessen US-Amtskollegen Antony Blinken abgesagt.

Öl, Nasdaq und Biopharma

Aus Branchensicht waren Ölwerte gefragt, was wie so oft an der Entwicklung der Ölpreise lag. Zeitweise nachgebend, zogen diese zuletzt wegen der großen Unsicherheit wieder an. Chevron galten an der Dow-Spitze mit einem Anstieg um 2,4 Prozent einmal mehr als Profiteur. Auch ExxonMobil und ConocoPhillips bewegten sich im breiten Markt im Plus.

Ansonsten waren die Blicke mit weiteren Zahlenvorlagen auf den Handelssektor gerichtet. Die Heimwerker-Handelskette Lowe's übertraf die Umsatzerwartungen der Wall Street und hob den diesjährigen Ausblick an. Die zeitweise deutlich gestiegenen Papiere verteidigten immerhin noch ein kleines Plus von 0,2 Prozent.

An der Nasdaq setzten die Papiere von Tesla ihren jüngsten Abwärtstrend nochmals verstärkt fort. Sie sackten um sieben Prozent ab und erreichten deutlich unter der 800-Dollar-Marke ihr tiefstes Niveau seit September vergangenen Jahres. Am Ende wurden nur noch gut 764 Dollar für die Titel des Elektroautobauers gezahlt.

Technologiewerte wie Tesla kamen allgemein besonders stark unter die Räder. Dies zeigte nicht nur der Nasdaq 100 mit seinen besonders großen Verlusten, sondern auch die Schlusslichter im Dow. Mit Apple, Microsoft und Cisco versammelten sich dort gleich drei Konzerne, die dieser Branche zugerechnet werden. Die Kursverluste betrugen zwischen 2,6 und 3,3 Prozent.

Unter den Nebenwerten machte das Biopharma-Unternehmen Kodiak Sciences mit einem Kurssturz um 80 Prozent negative Schlagzeilen. Eine Studie mit einem Mittel zur Behandlung der altersbedingten Makuladegeneration hatte einen primären Endpunkt nicht erreicht.

Die hohe Verunsicherung bremste den Euro, zeitweise Kursgewinne gab er ab. Zuletzt wurden 1,1305 US-Dollar für ihn gezahlt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zwischenzeitlich auf 1,1344 (Dienstag: 1,1342) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8815 (0,8817) Euro.

Trotz ihres Status als generell sicherer Hafen neigten auch US-Staatsanleihen am Mittwoch zur Schwäche. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) fiel um 0,20 Prozent auf 126,22 Punkte. Die gegenläufige Rendite von Staatspapieren mit dieser Frist stieg auf 1,99 Prozent.

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