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Modehändler nach dem Lockdown

Die Kunden kehren zurück

Münster/Köln

Nach den Corona-Lockdowns erholt sich der stationäre Einzelhandel. Das gilt auch im Modehandel – vor allem im Münsterland.

Von Erich Reimann  und Jürgen Stilling

Der Andrang vor Modegeschäften ist groß. Foto: dpa

Der Modehandel atmet auf. Die Branche habe im Juni erstmals in diesem Jahr dem Handelsverband Textil (BTE) zufolge gute Umsätze erzielt, auch wenn das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht worden sei. „Im Juni sind die Kunden in die Innenstädte und in die die Geschäfte zurückkehrt“, sagte der BTE-Hauptgeschäftsführer Rolf Pangels.

„Das hat mich sehr erleichtert“, freut sich Karin Eksen. Die Geschäftsführerin des Handelsverbandes NRW Westfalen-Münsterland in Münster bestätigt den Aufwärtstrend auch für die Region. „Das Bild im Internet reicht den Kunden offenbar doch nicht, sie wollen die Auswahl vor Ort haben, anprobieren und beraten werden“, sagte Eksen unserer Zeitung.

Textilhändler profitieren von Nachholeffekten

Die Angst, dass sich die Menschen in der Pandemie – auch im Münsterland – an das Online-Shopping gewöhnt haben könnten, sei „Gott sei Dank“ unberechtigt gewesen. Die Verbandsgeschäftsführerin hofft auf einen anhaltenden Trend in dem kommenden Monaten: „Die Perspektive für einen Erfolg ist jetzt da.“

Nach Angaben des Branchenfachblatts „Textilwirtschaft“ war der Juni, „der erste Monat des Jahres 2021, in dem die stationären Modehändler weitgehend normal öffnen konnten“. Nach einer Marktumfrage des Blattes lagen die Umsätze um 26 Prozent über dem Vorjahresniveau. Vor allem in der ersten Hälfte des Monats habe der Handel massiv von Nachholeffekten profitiert. Mittlerweile pendele sich das Geschäft auf einem guten Niveau ein, sagte Pangels. Doch sei noch Luft nach oben da.

Kinderbekleidung und Sommerwaren stark nachgefragt

Aktuell sei die Lage in kleineren Städten besser als in den Metropolen, wo nach wie vor das Ausbleiben ausländischer Touristen und von Messegästen die Umsätze dämpfe. Auch bei Businessmode – etwa Herrenanzügen – laufe das Geschäft weiter schlecht. Festliche Kleidung sei nach wie vor weniger gesucht. Sehr gefragt seien dagegen Kinderbekleidung und Sommerwaren.

Trotz der positiven Entwicklung im Juni rechnet Pangels aber für das gesamte erste Halbjahr im Modehandel wegen des teilweisen Lockdowns in den Vormonaten mit einem Umsatzminus von rund 35 Prozent. Für die Entwicklung im zweiten Halbjahr ist der BTE-Hauptgeschäftsführer dagegen tendenziell optimistisch, vorausgesetzt ein weiterer Lockdown bleibe der Branche erspart.

Insolvenzen, wie etwa die des Filalisten Adler, hatten den Textilhandel zuvor aufgeschreckt. Doch auch in diesem Fall scheint die Sanierung mit Hilfe eines Investors voranzukommen.

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