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Münsterischer Versicherungskonzern wächst schneller als die meisten Konkurrenten

Fusionierte Provinzial gibt Gas

Münster.

Der Start ins Jahr ist gelungen: Der Provinz-Konzern mit Sitz in Münster gibt zwei Jahre nach der westfälisch-rheinischen Fusion kräftig Gas

Von Jürgen Stilling

Von der Provinzial-Zentrale in Münster aus wird das wachsende Geschäft des Versicherers gelenkt.Von der Provinzial-Zentrale in Münster aus wird das wachsende Geschäft des Versicherers gelenkt. Foto: Matthias Ahlke

. Für das erste Quartal 2022 meldete der öffentlich-rechtliche Versicherer am Mittwoch für die Kompositversicherer des Konzerns einen Anstieg der Beitragseinnahmen um 5,2 Prozent. Die Lebensversicherer verzeichneten jedoch gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres einen leichten Beitragsrückgang um 1,3 Prozent.

Schon für das Geschäftsjahr 2021 berichtete der Vorstandsvorsitzende Dr. Wolfgang Breuer von einem „weit marktüberdurchschnittlichen Wachstum“. Die Beitragseinnahmen im selbst abgeschlossenen Geschäft seien um 4,9 Prozent auf rund 6,7 Milliarden € gesteigert worden, hieß es. Damit wird das vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft erhobene Marktwachstum für die Schaden-/Unfall- und Lebensversicherung von lediglich 0,4 Prozent deutlich übertroffen. „Auch im zweiten Geschäftsjahr nach der Fusion konnten wir unsere neue Stärke unter Beweis stellen und haben trotz der Herausforderungen nach dem Jahrtausendereignis ‚Bernd‘ sowie den anhaltenden Einschränkungen durch die Corona-Pandemie ein sehr gutes Wachstum erzielt“, resümierte Breuer.

Mit der Bearbeitung der Folgen des Sturmtiefs „Bernd“ ist die Provinzial weit fortgeschritten: Rund 60 Prozent der etwa 41 000 Schadensfälle, die durch das Unwetterereignis im Juli 2021 verursacht wurden, seien bereits abschließend reguliert. Rund 904 Millionen € hat die Provinzial hierfür bisher an die Kundinnen und Kunden ausgezahlt. Diese Katastrophe sei das größte Schadenereignis in der Geschichte der Provinzial gewesen, betonte das Unternehmen.

Besonders deutlich liegt die Provinzial im Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft über dem allgemeinen Trend der Konkurrenten: Mit einem kräftigen Beitragswachstum von 3,3 Prozent auf 3,9 Milliarden € wird das durchschnittliche Marktplus von 2,4 Prozent um rund 40 Prozent übertroffen. Als Impulsgeber dieses Zuwachses nannte der münsterische Versicherer vor allem einen Boom in der Verbundenen Wohngebäudeversicherung von plus 4,9 Prozent, der insbesondere auf eine starke Nachfrage nach Elementarversicherungen infolge des Unwetters „Bernd“ zurückzuführen sei.

Getrieben durch ein starkes Einmalbeitragsgeschäft lagen auch die Lebensversicherungen der Provinzial auf einem steilen Wachstumskurs. Im selbst abgeschlossenen Geschäft wuchsen die Beitragseinnahmen hier um 7,3 Prozent auf 2,7 Milliarden €.

Für das laufende Jahr kündigte Breuer weitere Investitionen in die Kundenzentrierung, Digitalisierung und Prozessverbesserung an. In der Lebensversicherung solle das Angebot an fondsgebundenen und Hybridprodukten weiter ausgebaut werden.

„Insgesamt war 2021 für uns ein historisches Jahr: Die Corona-Pandemie prägte ebenso wie die weitere erfolgreiche Umsetzung der Fusion auch im vergangenen Jahr die Zusammenarbeit im Konzern“, bilanzierte Breuer.

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