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„Unser Land braucht Sie“

Die Handwerkspräsidenten Wollseifer und Hund ehren 2675 neue Meister aus der Region

Münster

Die Handwerkskammer Münster feiert nach vierjähriger Pause Meisterfeier. 2675 meist junge Handwerker wurden am Sonntag in der Halle Münsterland in Münster geehrt.

Die prüfungsbesten Meisterwurden am Sonntag von der Handwerkskammer Münster besonders geehrtDie prüfungsbesten Meister Foto: Handwerkskammer Münster

Gedränge in der Halle Münsterland, trotzdem leuchtende Augen und junge Menschen in aufgeräumter Stimmung – sofort ist klar: Hier treffen sich Menschen die noch viel vorhaben – und eine nervende Corona-Pandemie hinter sich lassen wollen. Grund genug zum Feiern gibt es am Sonntag allemal: 2675 Handwerker, die in den vergangen vier Jahren ihre Meisterprüfung erfolgreich abgelegt haben, werden geehrt. Alle kommen aus dem Bezirk der Handwerkskammer (HWK) Münster, also aus dem Münsterland und der Emscher-Lippe-Region. In feierlichem Rahmen werden aufrüttelnde Reden gehalten. Es wird viel Unterhaltung geboten – von Schattenspielen bis hin zu Lichtjonglage. Dann werden Urkunden stolz in Hunderte Kameras gehalten.

Hans Peter Wollseifer

Und der oberste Repräsentant des deutschen Handwerks macht in der Meisterfeier Mut für eine Karriere in der Branche. „Unser Land braucht Sie“, wählt Hans Peter Wollseifer etwas pathetische Worte. Doch der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) wird auch konkreter: „Sie sind es, die die Zukunftsaufgaben im Hinblick auf den Klima- und Energiewende angehen.“

Wollseifer blickt kurz zurück – auf eine fordernde Ausbildung zum Meister in einem Corona-Umfeld, das den jungen Handwerkern – zumindest in den vergangenen zwei Jahren – eine enorme Extralast aufgebürdet hat. „Sie haben viel Biss und Durchhaltevermögen gezeigt“, lobt der ZDH-Präsident und fordert dann auch gleich: „Seien Sie Botschafterinnen und Botschafter der guten Nachricht: Im Handwerk da kannst du was bewegen.“ Und Wollseifer lässt nicht nach, die Jungmeister zu motivieren, noch mehr Nachwuchskräfte ins Handwerk zu locken. Hier könne man schon in jungen Jahren erfolgreich sein, sagt der Handwerkspräsident und verweist auf seine eigene Karriere: „Mit 21 Jahren habe ich meinen Meister gemacht.“

Hans Peter Wollseifer

Wollseifer bemüht sich – wie so oft schon in der Vergangenheit – das gute Image des Studiums anzukratzen: „Die berufliche Bildung steht der akademischen in überhaupt nichts nach.“

Hans Hund, Präsident der HWK Münster

Von „gleicher Augenhöhe“ spricht Hans Hund, Präsident der HWK Münster, wenn er Studium und duale Ausbildung gegenüberstellt. Hund setzt noch auf eine weitere Karte, wenn es um die Gewinnung von Talenten für das Handwerk geht: die Frauen. Lediglich 334 junge Meisterinnen werden in Münster geehrt. Ihr Anteil liegt damit bei nur 12,5 Prozent. „Das Handwerk braucht mehr starke Frauen“, sagt der HWK-Präsident. Und betont die grundsätzliche Bedeutung des Meistertitels: „Der ist das Qualitätsmerkmal für Führungskräfte im Handwerk.“ Meister strahlten traditionell Kompetenz und Vertrauen aus, weiß Hund.

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