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Unterstützung der Innenstädte

Neue Finanzspritze für die Citys: Land NRW bewilligt weitere 25 Millionen Euro

Münster/Düsseldorf

Die Innenstädte stehen unter Druck. Die Corona-Pandemie hat die Lage verschärft. Jetzt stockt das Land NRW die Hilfen an die Kommunen für die Belebung der Citys auf.

Von Jürgen Stilling

Modegeschäfte leiden aktuell stark unter Umsatzeinbrüchen, sie sind für eine gesunde Struktur der Innenstädte aber wichtig. Foto: imago/Rolf Poss

Das Land NRW forciert die Unterstützung der gebeutelten Innenstädte. Man habe weitere rund 25 Millionen € für diesen Zweck bewilligt, sagte Kommunalministerin Ina Scharrenbach (CDU) am Donnerstag in einer Videokonferenz. Schon zuvor waren knapp 70 Millionen € in einen Innenstadtfonds geflossen, der im Sommer 2020 aufgelegt worden war. Von dem aktuellen Volumen von 94 Millionen € wurden bislang von den Kommunen 20,7 Millionen € abgerufen.

Die neuen Hilfen sollen helfen, Leerstände in den Citys zu vermeiden. Ein „Zukunftsmanagement Innenstadt“ wird unterstützt und zusätzliches Personal könnte mit den Finanzmitteln eingestellt werden, erklärte Scharrenbach. Auch das Pflanzen von Bäumen wird gefördert, um die Zentren so attraktiver zu machen. „Das ist ein klimapolitischer Impuls für die Innenstädte“, sagte Scharrenbach. Die Innenstadtoffensive des Landes wird von Handel und Gastronomie mitgetragen.

Die Landesregierung erwarte von den Städten und Gemeinden, dass „Innenstadtstärkungsräte“ gegründet werden, die die Belebung der Zentren strategisch begleite, erklärte die Ministerin.

Unterstützung durch „Digital-Coaches“

NRW-Wirtschafts- und Digitalminister Andreas Pinkwart (FDP) setzt auch im stationären Einzelhandel auf eine weitere Digitalisierung. Zu diesem Zweck habe Nordrhein-Westfalen schon im Jahr 2019 – also vor der Corona-Pandemie – sogenannte „Digital-Coaches“ installiert, die den Handel für dieses Thema sensibilisieren und die Umsetzung unterstützen sollen. „Digitale Technologien machen auch den stationären Einzelhandel widerstandsfähiger“, betonte Pinkwart. Wenn die Pandemie beendet sei, wollten sich die Menschen wieder unbedingt Kontakt zu anderen Menschen – dazu bräuchte es funktionierende Innenstädte, so der Landeswirtschaftsminister.

Aktuell wird der Niedergang der Citys durch die Covid-19-Pandemie verstärkt. Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes NRW, Peter Achten, sprach von „beängstigenden Zahlen“. Die Einführung der 2G-Regel von Ende November 2021 habe zu einem Kundenrückgang von 30 bis 35 Prozent und einem Umsatzrückgang von 25 bis 30 Prozent geführt. In der Modesparte lägen die Umsätze sogar um 37 Prozent unter dem Vorkrisen-Niveau.

Die große Bedeutung eines Zusammenspiels von Gas-tronomie, Handel und Kultur für die Zukunft der Innenstädte betonte indes Kurt Wehner, Landesgeschäftsführer bei Dehoga NRW.

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