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Sonderveröffentlichung

Diese Trends haben das größte Langfrist-Potenzial

Investieren in Lösungen

Münster

Die deutliche Korrektur an den Aktienmärkten in diesem Jahr strapaziert die Nerven vieler Anleger. Schwache wirtschaftliche Aussichten verstärken diese Unsicherheit. Für den Erfolg Ihrer Geldanlage ist es daher umso wichtiger, den täglichen Lärm an der Börse zu ignorieren und in jene Trends zu investieren, die auf lange Sicht das größte Potenzial bieten.

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Der Bedarf nach Metallen wie Lithium (Foto) oder Kupfer ist stark steigend – getrieben von der Energiewende und der Notwendigkeit, die CO2-Emissionen zu reduzieren. Foto: Andreas Berheide

Bei der Vermögensverwaltung Spiekermann & Co. tun wir dies in einem Investment-Rahmen, der trotz seiner klaren strategischen Ausrichtung der Flexibilität genügend Raum gibt.

Der Nachfrage-Stau durch die Lockdown-Phasen in der Covid-Pandemie hat uns zusammen mit milliardenschweren staatlichen Stimulus-Programmen eine hohe Inflation beschert, die die Notenbanken nicht rechtzeitig erkennen konnten oder wollten. Dazu kommen die Unterbrechung der Lieferketten vor allem wegen der Null-Toleranz-Strategie der Chinesen bei Covid sowie der Krieg Russlands in der Ukraine. Beides hat weltweit zu deutlich höheren Preisen bei indus­triellen Vorleistungen, Energie und Nahrungsmitteln geführt, weshalb erste Notenbanken nun die Zinsen erhöht haben. Heraus kam ein unbekömmlicher Cocktail für die Börsen: Dieses Gebräu hat außer den Rentenmärkten auch wichtige Aktienindizes um über 20 Prozent in die Tiefe geschickt.

Strategische und taktische Aktien-Investments sorgen für mehr Stabilität

Viele Anlegerinnen und Anleger fragen sich nun, ob die notorischen Crash-Propheten an den Börsen mit ihren Rufen „Das wird noch viel schlimmer“ oder „Der Bärenmarkt hat jetzt erst begonnen“ recht haben könnten. Wir glauben das nicht. Zwar ist es möglich, dass die Börsen für eine gewisse Zeit weiter unter Druck stehen, doch halten wir einen dauerhaften Abwärtstrend für unwahrscheinlich. Statt uns mit kurzfristigen Entwicklungen zu beschäftigen, fokussieren wir bei der Aktienauswahl vorrangig auf zwei Dinge:

Strategische Investments: Innerhalb des Aktienmarkts wollen wir genau jene Sektoren identifizieren, die auf lange Sicht ein besonders hohes Potenzial für Wertsteigerungen haben. Das sind Branchen, die lebenswichtige längerfristige Bedürfnisse der Gesellschaften erfüllen und sich so gewissermaßen unersetzlich gemacht haben. Diese strategischen Investments werden in unseren Portfolios stärker gewichtet als andere längerfristige Aktienanlagen. Ergänzt werden sie von einem Gold-Anteil von maximal 15 Prozent.

Taktische Investments: Bis zu 20 Prozent der Aktienquote in den Portfolios können als Liquidität gehalten werden. Dieses Geld nutzen wir zum antizyklischen Kauf von ETFs (Indexfonds), wenn wir etwa nach einem Kurseinbruch am breiten Aktienmarkt oder in gewissen Segmenten kurz- bis mittelfristig besondere Chancen sehen. Ebenso verkaufen wir diese ETFs antizyklisch, um Gewinne zu sichern. Unterm Strich führt diese Kombination von Strategie und Taktik zu einem besseren Verhältnis von Rendite und Risiko und zu höherer Stabilität als in einem gewöhnlichen Aktienportfolio.

Welche Wirtschaftszweige haben aus unserer Sicht in den kommenden Jahren nun ein besonderes Potenzial für Wertsteigerungen? Drei solcher Sektoren sowie stichhaltige Gründe, warum wir sie für besonders aussichtsreich halten, seien hier genannt:

Energiewende benötigt deutlich mehr Rohstoffe

Unser Haus erkennt bei den Rohstoffen seit Längerem ein strukturelles Angebotsdefizit, das auch auf längere Sicht nicht verschwinden wird. Getrieben wird der stark steigende Bedarf nach Metallen wie Kupfer und Lithium vorrangig von der Energiewende und der Notwendigkeit, die Kohlendioxid-Emissionen global zu reduzieren. Kupfer wird als Stromleiter für Windturbinen und Solarzellen in rauen Mengen benötigt. Lithium ist für die Elektromobilität unverzichtbar.

  Diese starke und Jahrzehnte anhaltende Nachfrage trifft auf ein (noch) überschaubares Angebot an Abbaustätten, weshalb Aktien ausgewählter Unternehmen in diesem Sektor aus unserer Sicht großes Potenzial haben. Auch in der Landwirtschaft geht es um eine nachhaltige Erhöhung der Produktivität, um in Zeiten des Klimawandels ausreichend Lebensmittel produzieren zu können – etwa durch Düngemittel, für deren Herstellung kein Gas mehr benötigt wird.

Attraktive Renditechancen dank unverzichtbarer Technologie

Höhere Produktivität kann es ohne technologische Fortschritte nicht geben. Höhere Produktivität ist vor allem in einem inflationären Umfeld für Unternehmen wichtig, um ihre Kosten zu senken – besonders, wenn sie die höheren Input-Preise nicht eins zu eins an die Kunden weitergeben können und deshalb ihre Margen sinken. Hier helfen Automatisierung und Digitalisierung, etwa die Cloud-Technologie von Unternehmen wie Microsoft, Amazon, Alphabet & Co., die sich auch im Privatleben von Abermillionen Menschen etabliert haben. Diese plattform-basierten Unternehmen haben hohe Umsatzrenditen von über 30 Prozent und ebensolche Margen. In Zukunft können sie dieses Niveau womöglich noch steigern, denn ihre Grenzkosten sind relativ niedrig und eine weitere Skalierung damit umso attraktiver. So können sie Umsatz und Erträge ohne größere Investitionen in Produktion und Infrastruktur erhöhen. Freilich kommt es hier auf die kluge Auswahl an, wie die deutlichen Kursverluste zahlreicher stark überbewerteter Aktien im Nasdaq-100-Index gezeigt haben.

Alternde Gesellschaften sind auf Health-Care-Sektor angewiesen

Die stete Alterung der Menschen in westlichen Gesellschaften wie auch der leider zu beobachtende Anstieg von Zivilisationskrankheiten machen den Health-Care-Sektor zu einem langfristig sehr aussichtsreichen Investment. Wussten Sie, dass die Branchen Pharma, Medizintechnik, Gesundheitsversorgung und andere in den USA für ein knappes Fünftel der Wirtschaftsleistung stehen? Die Behandlung von Adipositas (Fettleibigkeit), Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und weiteren Zivilisationskrankheiten ist kostenintensiv und ermöglicht den Playern im Markt teils sehr attraktive Erträge. Wir gehen davon aus, dass sich dies in den nächsten Jahren nicht ändern wird. Zudem ist die Nachfrage nach Gesundheits-Dienstleistungen weitgehend konjunkturunabhängig. Daher schneiden Health-Care-Aktien in wirtschaftlich schwierigen Phasen oft besser ab als der breite Aktienmarkt. So war es übrigens auch in diesem Jahr.

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