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Wissenswertes zum GDL-Streik

Was Bahn-Kunden im Münsterland jetzt wissen müssen

Berlin

Verspätungen, Wartezeiten, Zugausfälle – die nächsten Tage können für Bahnreisende  nervenaufreibend werden. Auch Regionalbahn-Linien im Münsterland  werden von den fünftägigen Streiks betroffen sein. 

Von dpa/Jürgen Stilling

Reisende können Fahrkarten für den Streikzeitraum flexibel nutzen und ihre Reisen vorziehen oder bis zum 17. September verschieben, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Auch eine Erstattung ist möglich.

Die Lokführergewerkschaft GDL hatte zuvor angekündigt, ab Donnerstag, 2.00 Uhr, für fünf Tage den Personenverkehr zu bestreiken. Erst am Dienstag (7.9.) um 2.00 Uhr soll demnach Schluss sein. Damit ist beim dritten Streik innerhalb weniger Wochen nun im Personenverkehr auch ein Wochenende betroffen.

Nur jeder vierte Fernzug soll fahren

Die Bahn rechnet damit, dass sie im Fernverkehr etwa ein Viertel des üblichen Angebots fahren kann, im Regional- und S-Bahn-Verkehr etwa 40 Prozent. „Wer kann, sollte seine Reise auf die Zeit vor oder nach dem Streik verschieben“, teilte der Konzern mit.

Die Lufthansa kündigte an, wegen des Streiks bei der Bahn ab Donnerstag größere Flugzeuge einzusetzen. Die Flugfrequenz erhöhen wolle der Konzern aber nicht, sagte eine Sprecherin.

Die Auswirkungen im Münsterland

Im Münsterland kommt es im Regionalverkehr – das haben die ­vergangenen Streiktage gezeigt – zu weniger Zugausfällen als in anderen Regionen Deutschlands.  Das liegt vor allem daran, dass auf den meisten Strecken die Konkurrenten der Bahn fahren. Diese Wettbewerber sind vom Streik nicht betroffen.

Bei den Verbindungen der Deutschen Bahn (DB Regio) wird es wohl erneut viele Ausfälle geben. Nach Angaben der Bahn wird es folgende Einschränkungen geben:

RE 2 Düsseldorf - Münster - Osnabrück: Zwischen Osnabrück und Münster fahren die Züge planmäßig, zwischen Münster und Düsseldorf fallen sie aus.

RE 42 Mönchengladbach - Essen - Münster: Die Züge zwischen Münster und Mönchengladbach fahren wie gewohnt, die Züge der Kurzstrecke mit Start- bzw. Zielbahnhof Essen fallen aus.

RB 51 Dortmund - Enschede: Die Züge verkehren im 2-Stunden-Takt, der zusätzliche Pendelzug zwischen Dortmund und Lünen entfällt.

RB 63 Münster - Coesfeld: Die Züge fahren stündlich.

RB 64 Münster - Enschede: Die Züge fahren stündlich.

Im Fern­verkehr gilt im Münsterland, was überall gilt: Die Bahn verspricht, dass jeder vierte Zug fährt.

Wie kann ich mir die Fahrkarte erstatten lassen

Wer die Fahrt im Streikzeitraum nicht antreten möchte, kann sich das Ticket kostenfrei erstatten lassen. Dies gilt ausdrücklich auch für Verbindungen, die verfügbar wären. Für online oder in der App gekaufte Tickets muss dafür ein Kulanz­formular auf der DB-Web­seite ausgefüllt werden. Fahrkarten, die am Schalter gekauft wurden, können nur dort zurückgegeben werden. Experten raten, die Reklamation nicht lange aufzuschieben.   

Wer bei der Abwicklung mit der Bahn Probleme hat, kann zum Beispiel die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) konsultieren und online einen Schlichtungsantrag stellen. Deren Juristinnen und Juristen verhelfen Verbrauchern kostenlos zu ihrem Recht.

Ich möchte fahren – was muss ich tun?

Wer bereits ein Ticket gebucht hat, muss die Fahrt nicht gleich abschreiben. Zwar wird ein Großteil der Verbindungen ausfallen. Besonders nach­gefragte Hauptverkehrs­strecken sowie die Anbindung an wichtige Bahnhöfe und Flughäfen sollen nach Angaben der Bahn aber zumindest in regelmäßigen Abständen bedient werden.   

Den Ersatzfahrplan finden Kunden in der DB Navigator App und online in der Fahrplanauskunft der Deutschen Bahn. In der Liveauskunft sind nur Züge zu finden, die in jedem Fall bis zum Ziel fahren. Außerdem können sich Kunden an die Streikhotline der Bahn unter der Nummer'  08000/99 66 33 oder an das DB-Personal am Bahnsteig wenden.

Kann ich bei Verspä­tungen Entschädigung fordern?

Kommt es bei der ausgewählten Verbindung zu Verzögerungen, haben Fahrgäste ein Recht auf Entschädigung. Deren Höhe richtet sich nach der Länge der Verzögerung.   Kommen Fahrgäste mindestens 60 Minuten später als geplant an ihrem Ziel an, haben sie Anspruch auf 25 Prozent Erstattung, bei mehr als 120 Minuten sind es 50 Prozent. Reisende können die An­sprüche mit dem Fahrgastrechte-Formular online, im Zug oder in einem DB-Büro geltend machen. Darüber ­hinaus funktioniert die ­Reklamation im Kundenkonto auf www.bahn.de oder auch in der DB-Navigator-App.   

Auch für Inhaber von Zeitkarten kann sich eine Reklamation lohnen. Ihnen bietet die Bahn pauschale Entschädigungen bei Verspätungen von mehr als einer Stunde an.   Um die Verzögerung nachweisen zu können, sollten sich Betroffene die Störung idealerweise von DB-Beschäftigten am Bahnhof bescheinigen lassen. Alternativ genügen aber auch Fotos von Anzeigetafeln oder Screenshots vom Handy­display, aus denen die Information über die Verspätung hervorgeht.

Meine Verbindung fährt nicht: Kann ich umsteigen?

Für den Fernverkehr gilt: Fährt der Zug nicht, für den das Ticket gilt, können Fahrgäste auf eine andere Verbindung ausweichen. Auch höherwertige Züge – also zum Beispiel ICE statt IC – können dann genutzt werden. Die Zugbindung ist aufgehoben.

Bereits gebuchte Tickets für den Streikzeitraum vom 2. bis einschließlich 7. September können an einem anderen Tag genutzt werden. Sie sind den Bahnangaben zufolge bis einschließlich 17. September gültig.      Für den Nahverkehr gilt: Wenn sich bei Verbindungen eine mindestens 20-minütige Verspätung abzeichnet, können Fahrgäste Züge des Fernverkehrs ohne Aufpreis nutzen.

Bahn: Streik „durch nichts gerechtfertigt“

Den erneuten Arbeitskampf bezeichnete Bahn-Personalvorstand Martin Seiler am Montagabend als „völlig überzogen“. Der Streik sei „durch nichts gerechtfertigt“.

„Der GDL-Spitze geht es ausschließlich darum, ihre Macht auszuweiten - und das zulasten der Reisenden und der Wirtschaft“, sagte Seiler. Beide Seiten lägen lediglich bei der Laufzeit auseinander. Der Vorstand forderte die GDL dazu auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

„Unsere Botschaft an die Bahnreisenden ist, dass es uns leid tut, dass wir in einen dritten Arbeitskampf gehen“,  sagte Claus Weselsky, Vositzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Empören sollten sich die Reisenden aber nicht über die Gewerkschaft, sondern über das Management der Bahn. Es habe kein neues Tarifangebot vorgelegt.

Nur jeder vierte Fernzug soll fahren

Die Bahn rechnet damit, dass sie im Fernverkehr etwa ein Viertel des üblichen Angebots fahren kann, im Regional- und S-Bahn-Verkehr etwa 40 Prozent. „Wer kann, sollte seine Reise auf die Zeit vor oder nach dem Streik verschieben“, teilte der Konzern mit.

Die Lufthansa kündigte an, wegen des Streiks bei der Bahn ab Donnerstag größere Flugzeuge einzusetzen. Die Flugfrequenz erhöhen wolle der Konzern aber nicht, sagte eine Sprecherin.

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