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Börse in Frankfurt

Zinssorgen drücken Dax unter 13.000 Punkte

Frankfurt/Main (dpa)

Deutliche Worte von Fed-Chef Powell zur Geldpolitik in den USA und Nervosität über einen womöglich größeren Zinsschritt der EZB haben am Freitag den deutschen Aktienmarkt auf Talfahrt geschickt.

Von dpa

Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: picture alliance / dpa

Der Leitindex Dax sackte unter die Marke von 13.000 Punkten auf den tiefsten Stand seit Mitte Juli. Europaweit und in den USA trübte sich die Stimmung ebenfalls kräftig ein.

Der Dax schloss letztlich 2,26 Prozent tiefer auf 12.971,47 Punkte. Im Wochenverlauf büßte er somit 4,2 Prozent ein. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen sank am Freitag um 2,10 Prozent auf 25.523,69 Zähler.

US-Notenbankchef Jerome Powell habe in seiner Rede den Ton in Richtung Inflationsbekämpfung verschärft, schrieb Konstantin Oldenburger, Marktanalyst bei CMC Markets. «Die Fed wird die Geldpolitik auch in Zukunft weiter restriktiv gestalten, ungeachtet der damit verbundenen 'unglücklichen Kosten' für die Wirtschaft und damit wohl auch den Aktienmarkt.» Als besonders belastend für die Börsen kam noch hinzu, dass Händlern zufolge einige Ratsmitglieder der Europäischen Zentralbank (EZB) im September einen Zinsschritt um 0,75 Prozentpunkte befürworten. Bislang war man von einer Anhebung um 0,5 Prozentpunkte ausgegangen.

Unter den Einzelwerten stützten Gerüchte zur Bewertung des geplanten Börsengangs der VW-Sportwagentochter Porsche AG die Vorzugsaktien von Volkswagen und die Papiere von Porsche SE. Die Anteile der Konzernholding beendeten den Tag mit einem Aufschlag von 0,4 Prozent als einzige im Dax im Plus. VW gaben um 0,7 Prozent nach. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen, dass die Porsche AG bei Interessenten mit 60 bis zu 85 Milliarden Euro bewertet werde. Die Summe könnte am oberen Ende etwas höher sein als von Analysten zuletzt taxiert.

Continental könnte Jahresziele verfehlen

Die Aktien von Continental gaben unter den schwächsten Werten im Leitindex um 5,6 Prozent nach. Eine skeptische Studie des Bankhauses Metzler belastete. Die Jahresziele des Autozulieferers könnten gefährdet sein, warnte Analyst Jürgen Pieper. Dabei verwies er unter anderem auf die Gefahr, dass sich die Nachfrage im Reifengeschäft abkühlen könnte.

Auch die Aktien anderer Autozulieferer standen unter Druck. So büßten die Papiere der früheren Conti-Tochter Vitesco 4,8 Prozent und die Anteilscheine von Hella 2,7 Prozent ein. Jefferies-Analyst Himanshu Agarwal äußerte sich pessimistisch zur gesamten Branche. Der Experte blickt inzwischen etwas konservativer auf die Automobilproduktion im Jahr 2023 sowie auf das Verhältnis von Marktpreisen und Kosten.

Unter den Börsen Europas gab der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 um 1,93 Prozent auf 3603,68 Punkte nach. In Paris gab es ähnlich hohe Verluste, während London das Minus deutlich kleiner war. In den USA gab der Dow Jones Industrial zum europäischen Börsenschluss um 1,7 Prozent nach. Die technologielastigen Nasdaq-Börsen sackten noch etwas stärker ab.

Der Euro wurde am frühen Abend mit 0,9993 US-Dollar gehandelt. Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,0007 (Donnerstag: 0,9970) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9993 (1,0030) Euro.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 1,21 Prozent am Vortag auf 1,23 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,14 Prozent auf 133,47 Punkte. Der Bund-Future sank zuletzt um 0,79 Prozent auf 150,05 Punkte.

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