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Umwelt

Studie: Plastikmüll als Falle für junge Meeresschildkröten

Exeter (dpa)

Plastik macht inzwischen vier Fünftel des Mülls in den Weltmeeren aus. Eine tödliche Gefahr auch für junge Schildkröten. In einer grünen Meeresschildkröte fanden Forscher 343 Plastikteile.

Von dpa

Plastikmüll in den Ozeanen wird auch für junge Meeresschildkröten zur Falle: Grund ist einer Studie zufolge das über Jahrhunderte erworbene Verhalten der Tiere. Foto: Steve Parsons/PA Wire/dpa

Plastikmüll in den Ozeanen ist gerade für junge Meeresschildkröten eine Gefahr: Grund ist Forschern zufolge das mit der Evolution erworbene Verhalten der Tiere.

Demnach schwimmen junge Schildkröten nach dem Schlüpfen am Strand mit Meeresströmungen aufs offene Meer und verbringen dort ihre ersten Jahre. Allerdings transportieren diese Strömungen immer mehr Plastikmüll. Und weil der Abfall meist an der Wasseroberfläche treibt, wo die Schildkröten bevorzugt Nahrung suchen, verzehren ihn die Allesfresser.

«Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass dieses entwickelte Verhalten sie nun in eine Falle führt und sie in stark verschmutzte Gebiete bringt», sagt Studienleiterin Emily Duncan von der Universität Exeter. «Wir wissen noch nicht, welche Auswirkungen es auf junge Schildkröten hat, dass sie Plastik aufnehmen, aber Verluste in diesem frühen Lebensstadium könnten erhebliche Auswirkungen auf die Populationszahlen haben.»

Die Wissenschaftler aus Großbritannien und Australien untersuchten insgesamt 121 Schildkröten von fünf verschiedenen Arten, die vor der australischen Küste im Pazifik oder Indischen Ozean angeschwemmt wurden oder Fischern ins Netz gingen, wie sie in der Fachzeitschrift «Frontiers in Marine Science» berichten. Die jugendlichen Tiere waren bis zu 50 Zentimeter groß, einige waren erst vor kurzem geschlüpft. Exemplare aller Arten hatten Plastik verschluckt. Bei ganz jungen Tieren waren die Reste oft fünf bis zehn Millimeter groß, ältere Schildkröten enthielten auch größere Teile.

Plastik bedroht Meeresbewohner auf verschiedene Weisen: Verschluckt kann es zu Wunden, Verstopfung oder auch zu einer Perforation des Magen-Darm-Trakts führen. Mittlerweile macht Plastik rund vier Fünftel des Mülls in den Weltmeeren aus.

Einige Unterschiede gab es aber. «Plastik in den pazifischen Schildkröten bestand hauptsächlich aus harten Bruchstücken, die aus einer Vielzahl von Produkten stammen könnten, die vom Menschen verwendet wurden, während Kunststoffe im Indischen Ozean hauptsächlich Fasern waren - möglicherweise aus Angelschnüren oder -netzen», sagt Autorin Duncan. Zudem war der Anteil der Plastik enthaltenden Tiere im Pazifik höher als im Indischen Ozean. Die größte Menge fanden die Forscher allerdings in einer Grünen Meeresschildkröte aus dem Indischen Ozean: Sie hatte 343 Stücke Plastik geschluckt.

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