1. www.wn.de
  2. >
  3. Welt
  4. >
  5. Die-ko-runde
  6. >
  7. Spaniens dritte WM-Enttäuschung: «Unterm Strich schrecklich»

  8. >

Fußball-WM

Spaniens dritte WM-Enttäuschung: «Unterm Strich schrecklich»

Al-Rajjan (dpa)

Wie Deutschland über Hansi Flick diskutiert, so macht es Spanien im Fall von Luis Enrique. Dessen Vertrag läuft allerdings aus, der 52-Jährige hat zudem eine ganz besondere Sicht auf das Leben.

Ulrike John und Sebastian Stiekel, dpa

Für Luis Enrique und die Spanier war im WM-Achtelfinale Schluss. Foto: Robert Michael/dpa

Nachdem Spanien sogar noch eine WM mehr verhunzt hat als Deutschland, macht sich nun auch der Weltmeister von 2010 an die Aufräumarbeiten. Eineinhalb Jahre vor der EM in Deutschland muss sich La Roja erst wieder neu finden. Die größte Frage lautet dabei zunächst, ob mit oder ohne Trainer Luis Enrique.

«Ich kann es nicht sagen, weil ich es noch nicht weiß», sagte der 52-Jährige, dessen Vertrag zum Monatsende ausläuft, nach dem Achtelfinal-Aus gegen Marokko im Elfmeterschießen auf eine entsprechende Frage. «Das ist nicht der richtige Zeitpunkt. Im Moment habe ich einfach Lust, Zuhause anzukommen und meine Leute zu sehen. Nächste Woche sprechen wir über die Zukunft, ich muss erst mal diese Enttäuschung verarbeiten.»

Marca: «Ein monumentaler Rückschlag»

Am Mittwoch verabschiedeten sich Luis Enrique und seine Spieler aus dem WM-Quartier auf dem Universitätsgelände von Doha. Sportlich muss sich der spanische Fußball-Verband RFEF mit Präsident Luis Rubiales an der Spitze allerdings längst nicht so viele Sorgen machen wie der DFB als Weltmeister von 2014. Denn Spanien hat Weltklasse-Talente wie Gavi (18), Alejandro Balde (19), Pedri, Nico Williams und Ansu Fati (alle 20), dazu Profis im besten Fußball-Alter wie den 24-jährigen Dani Olmo von RB Leipzig. Dennoch scheiterte La Roja wie 2018 in Russland am Gastgeber-Team erneut im Achtelfinale im Elfmeterschießen.

«Ein monumentaler Rückschlag», urteilte «Marca» nach einer weiteren enttäuschenden WM des EM-Halbfinalisten von 2021. Rekordnationalspieler Sergio Ramos (36) von Paris Saint-Germain, der zu seiner großen Enttäuschung nicht für Katar nominiert worden war, formulierte es etwas anders: «Spanien verliert nicht, Spanien lernt. Spanien fällt hin, stolpert, aber erhebt sich und geht weiter. Wir kommen zurück und werden stärker zurückkommen.»

«Nur drei Siege (gegen Australien, Iran und Costa Rica) bei den beiden letzten Weltmeisterschaften. Für ein Land, das eine der besten sportlichen Strukturen der Welt hat, ist das unter dem Strich schrecklich», schrieb «Marca» und bilanzierte: «Acht Jahre zum Weinen.» 2014 in Brasilien hatte sich der Weltmeister von Südafrika 2010 ein peinliches Vorrunden-Aus geleistet.

Busquets: «Haben eine junge Truppe mit Zukunft»

«Wir haben eine gute Dynamik im Team, eine junge Truppe mit Zukunft. Man muss einfach weitermachen», betonte Kapitän und Barcelona-Profi Busquets, der letzte Verbliebene der WM-Helden von 2010 und dritte glücklose Elfmeterschütze der Spanier im Education City Stadion.

Das Portal «As» meldete «ernsthafte Zweifel» an Luis Enrique an: «Der Nationaltrainer hat es nicht besser gemacht als (sein Vorgänger) Fernando Hierro, das spricht gegen ihn. Es gibt Argumente für ihn, aber auch welche dagegen, und einige von denen wiegen schwer.»

Luis Enrique selbst machte nach dem WM-Aus kein großes Getue um seine Zukunft. Der frühere Barça-Spieler und Trainer hat wahrscheinlich eine etwas andere Perspektive auf das Leben, seit seine Tochter Xana 2019 mit neun Jahren an Knochenkrebs gestorben ist. «Ich habe mehr Ausgänge als die Metro», philosophierte er im Interview mit RTVE.

Startseite