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Turnier in Katar

Notizen von der Fußball-Weltmeisterschaft

Doha (dpa)

Unterhaltsames und Interessantes von der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar.

Von dpa

Argentiniens Torwart Emiliano Martinez jubelt nach dem Abpfiff des Halbfinals gegen Kroatien. Foto: Tom Weller/dpa

Erkältungswelle

Draußen ist es sommerlich warm, drinnen wird jeder Raum heruntergekühlt: Diese sehr speziellen Verhältnisse in Katar machen den verbliebenen Mannschaften nach fast vier WM-Wochen immer mehr zu schaffen. Die Kroaten beklagten nach ihrem Halbfinale einen Krankheitsfall, die Franzosen vor dem Spiel gegen Marokko sogar drei. «Die Temperaturen sind ein bisschen gefallen, die Klimaanlage läuft die ganze Zeit. Wir hatten einige Fälle mit grippeähnlichen Symptomen und versuchen vorsichtig zu sein, damit es sich nicht weiter ausbreitet», sagte Trainer Didier Deschamps. Hinzu käme: «Wenn du alles gibst, ist dein Körper natürlich geschwächt. Dann bist du anfälliger für Viren oder andere Dinge.»

Geht nicht, gibt's nicht

Vor mehr als zwei Wochen schied Christian Eriksen mit der dänischen Nationalmannschaft überraschend schon nach der WM-Vorrunde aus. Jetzt gibt es wenigstens noch einen kleinen Trost für den Star von Manchester United: Eriksen wurde für den «Intet er umuligt»-Preis (Geht nicht, gibt's nicht-Preis) nominiert, den das Nationale Olympische Komitee Dänemarks jedes Jahr verleiht. Der 30-Jährige war bei der EM 2021 mit einem Herzstillstand auf dem Spielfeld zusammengebrochen und gab im Jahr 2022 dennoch sein Comeback als Profifußballer und Nationalspieler. Im vergangenen Jahr gewann der Tischtennis-Spieler Anders Lind diesen Preis, der nur wenige Monate nach einem schweren Autounfall die Bronzemedaille bei der Team-EM holte.

Der Präsident mittendrin

Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron stattete der Équipe Tricolore nach dem Halbfinal-Sieg gegen Marokko noch einen kurzen Besuch in der Kabine ab, um dem Team seine Glückwünsche zu überbringen. Doch der Politiker geriet mitten in die wilde Jubelfeier. Videos aus der Kabine der Franzosen zeigen Macron im Anzug, wie er die jubelnden und feiernden Spieler einen nach dem anderen umarmt. Um ihn herum tanzen die Fußballer zum Song «Freed from Desire» auf dem Tisch und hüpfen wild durch die Kabine.

Lahm sieht Messi vorne

Philipp Lahm, Deutschlands Weltmeister-Kapitän von 2014, glaubt im WM-Finale an Argentinien und Superstar Lionel Messi. «Sie haben einen herausragenden Spieler, aber vor allem sind sie eine Einheit auf dem Platz. Sie verteidigen alle, sind defensiv sehr gut organisiert und haben vorne Top-Spieler, die Spiele entscheiden können», sagte der 39-Jährige dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Auch den Franzosen zollte Lahm vor dem Endspiel am Sonntag Respekt: «Sie haben unglaublich viel Talent, wenn man die Spieler sieht, die ausgefallen sind, und was trotzdem für eine Mannschaft auf dem Feld steht.»

Wenger ist stolz

Die Leistungen von Argentiniens Torhüter Emiliano Martínez freuen Arsène Wenger. «Wir waren uns seiner enormen Qualitäten bewusst. Er war entschlossen, hatte den Wunsch zu lernen und eine große Leidenschaft für das Spiel», sagte der ehemalige Trainer des FC Arsenal. Martínez stand von 2012 bis 2020 bei den Londonern unter Vertrag, wurde aber ständig verliehen. «Manchmal wurde er ausgeliehen und hat nicht einmal gespielt», sagte Wenger: «Aber er hat seinen Glauben und seine Motivation behalten. Wenn ich ihn jetzt spielen sehe und weiß, was er durchgemacht hat, bewundere ich seine Leistung noch mehr.»

Gegen wen

Grundsätzlich haben Katar und die FIFA die Abreise von den Stadien bei dieser WM mit Shuttlebussen und der U-Bahn gut organisiert. Durch die späten Anstoßzeiten lohnte sich aber ab und an, auf ein Taxiunternehmen zurückzugreifen. Von den privaten Fahrern kreisen bei allen Partien Dutzende um die Arenen, meist bilden sich lange Schlangen vor den Einstiegspunkten der verschiedenen Anbieter. Für die Fahrer ist die WM ein Geschäft (ob ein gutes, ist fraglich). Wirklich interessant ist das, was in den Stadien passiert, offenbar nicht. «Gegen wen», fragte Bidhan spät nach der Halbfinal-Niederlage der Marokkaner, um nach der Antwort hinterherzuschieben: «Ah, Frankreich, gutes Team.»

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