Von Aufmerksamkeit bis Zusammenspiel

Experten-Jury bewertet die Anzeigen unter Berücksichtigung der strengen Kriterien

Münster

Ist die Botschaft verständlich und das Motiv ein echter Hingucker? Wird Emotionalität erzeugt, oder bewirkt das Anzeigenmotiv einen echten Kaufimpuls?

Ann-Christin Frank

Die Jury und das BRILLANZ-Team: Thomas Koch, Jeannette Ostern, Jan Fabian Winter, Felix Siedhoff, Ralf Zilligen, Marc Arne Schümann und Jonas Metzen (v.l.). Foto: Oliver Werner

Ist die Botschaft verständlich und das Motiv ein echter Hingucker? Wird Emotionalität erzeugt, oder bewirkt das Anzeigenmotiv einen echten Kaufimpuls?

18 Anzeigenbeiträge auf Shortlist

Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigte sich ein Expertenteam aus Marc Arne Schümann (Verlagsleiter Werbemarkt Aschendorff Medien), Jeannette Ostern (Westfalen AG), Thomas Koch („Mr. Media“ und Kolumnist), Ralf Zilligen (Creative Consultant) sowie Professorin Gisela Grosse (Fachbereich Design an der FH Münster) und Michael Hoffmann (Mitglied im Beirat des Marketingclubs Münster/Osnabrück und Leiter des Stabsbereichs Öffentlichkeitsarbeit bei der Handwerkskammer Münster), die sich zu der Abstimmung online zuschalteten.

Insgesamt 18 Anzeigenbeiträge der Shortlist galt es bei diesem Kreativwettbewerb in den Kategorien Sales, Employer Branding und Brand zu beurteilen. Die BRILLANZ-Awards wurden in diesem Jahr zum sechsten Mal von Aschendorff vergeben.

Bevor die Awards übergeben wurden, mussten sich die Beiträge dem manchmal auch harten Urteil der Jury stellen und dabei im wahrsten Sinne des Wortes brillieren. Außerhalb dieser Wertung lag der Leserpreis, der durch die Zeitungsleser per Coupon und durch eine Online-Abstimmung bestimmt wird.

„Die Leser haben oft einen ganz anderen Blick auf die Beiträge als die Fachjury“, weiß Jonas Metzen, Manager BRILLANZ-Wettbewerb.

Viele Kriterien entscheidend

Die Jury hingegen hat die Anzeigen nach folgenden festgelegten Kriterien beurteilt: Aufmerksamkeit, Verständlichkeit, Originalität, Überzeugungskraft, Emotionalität, Zusammenspiel und Umsetzung.

Hierbei hat vor allem die Anzeige der Familienberatung Münster bei der Jury-Sitzung Eindruck hinterlassen. Ein Beitrag, der direkt auf die Pandemie Bezug nimmt: „Durch den Blick der Frau nach vorne ist es ein Hingucker und generiert sehr viel Aufmerksamkeit. Man erkennt sofort, dass dieses Foto negative Emotionen wecken soll. Dies gelingt sehr gut. Man wird als Leser zu einer Aktion angeregt. Der Text wurde als sehr stark bewertet. Er trifft es genau auf den Punkt. Insgesamt regt die Anzeige zum Nachdenken an“, so das Fazit der Jury zum Gewinner der Kategorie Brand.

In der Kategorie Employer Branding geht die Agentur Team Wandres mit der Bäckerei Krimphove auf Jobsuche. Die Jury bewertete diese klassische Stellenanzeige als „sehr sympathisch, da der Beruf des Bäckers aufgewertet wird. Zugleich zeigt die Anzeige, dass die Bäckerei Krimphove stolz auf ihre Produkte ist, da diese ebenfalls markant ins Bild gesetzt sind“. Die Botschaft sei somit sehr eindeutig und verständlich dargestellt. Kleiner Kritikpunkt der strengen Experten-Jury: Die Anzeige könne so interpretiert werden, dass nur Frauen für die beworbene Stelle gesucht würden.

Die Idee, den Bezug zu Münster herzustellen, wurde in der Kategorie Sales bei der Anzeige von Optik Essmann als besonders gelungen bewertet. Es mache Sinn, einen Kunden vorzustellen und diesem auch ein Gesicht zu geben, so der einstimmige Tenor der Jury. Allerdings sei dem Betrachter nicht sofort klar, was Optik Essmann damit bezwecken wolle. Zudem gehe der Preis der Brille in der Gesamtkomposition der Anzeige ein wenig unter.

Startseite