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Klasse!-Projekt und #UseTheNews

Mediennutzung und Meinungsbildung

Welche Rolle spielen Nachrichten im Alltag der jungen Menschen? In welcher Weise machen sie Gebrauch von den vielfältigen Möglichkeiten, die die digitale Medienlandschaft bietet? Und was bleibt am Ende von den Inhalten bei ihnen hängen?

Von Doerthe Rayen

Wer sich nicht auskennt, schenkt vielleicht Fake News Glauben. Hier hilft nur Medienkompetenz. Foto: Colourbox

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Das sind zentrale Fragen, mit denen sich das

 Projekt #UseTheNews beschäftigt. Medien und Medienforschung machen gemeinsame Sache, um die Nachrichtenkompetenz junger Menschen zu beleuchten. Nicht nur das: Sie wollen Strategien entwickeln, um diese Kompetenz zu fördern. Denn darin sind sich die Experten einig: Es besteht Handlungsbedarf.

„Der Diskurs unter mündigen Bürgerinnen und Bürgern ist nur auf Basis von Fakten und vertrauenswürdigen Informationen möglich“, betonte Hamburgs Senator für Kultur und Medien, Dr. Carsten Brosda, zum Auftakt der Studie im vergangenen Mai. Nachrichtenkompetenz sei seiner Auffassung nach unverzichtbar für eine lebendige Demokratie.

Nachrichten sind gefragt - einerseits

Dass Nachrichten nachgefragt sind, hat die Corona-Pandemie gezeigt. Einerseits. Andererseits lässt das Vertrauen in Medien nach. Vor allem bei jüngeren Leserinnen und Lesern geht die Fähigkeit, Nachrichten zu bewerten und einzuordnen, verloren. Was lässt sich dagegen unternehmen?

„Use The News – Nachrichtennutzung und Nachrichtenkompetenz im digitalen Zeitalter“ liefert die Basis. Das Hamburger Leibniz-Institut für Medienforschung und das Hans-Bredow-Institut haben mit 1500 Jugendlichen und jungen Erwachsenen Face-to-Face-Interviews geführt. Sie wollten wissen, welche Folgen eine veränderte Nutzung von Nachrichten für Nachrichtenkompetenz, die allgemeine Informiertheit und die politische Meinungsbildung haben.

Jugendliche konsumieren Nachrichten oft passiv

Die Nachrichtennutzung junger Menschen, die mit digitalen Medien groß geworden sind, steht nach Ansicht der Experten in Kontrast zur älteren Generation. Viele Jüngere konsumieren Nachrichten passiv, einige meiden sogar Nachrichtenportale. Durch die gezielte Verbreitung von Fake News komme es zu problematischen Entwicklungen. Eine Folge: Die tatsächliche Informiertheit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen nimmt ab.

Jugendliche und jüngere Erwachsene interessieren sich oft gar nicht mehr für Nachrichten. Das schadet am Ende der Demokratie. Foto: colourbox

Die Experten wollten wissen, wie sich die jungen Menschen im Nachrichten-Kontext orientieren. Gibt es besondere Muster? Welchen Unterschied macht es, wo und wie sich Jugendliche und junge Erwachsene informieren? Um diese Leitfragen zu beantworten, wurde das Zusammenspiel zwischen Nachrichteninteresse, Nachrichtennutzung, Informiertheit und Meinungsbildung untersucht.

Aktuelle Nachrichten und Ereignisse? Kein Interesse

46 Prozent der Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren widmen sich mehrmals pro Woche journalistischen Angeboten. 58 Prozent schauen aber auch auf nicht-journalistische Akteure. Dazu zählen Instagram-Profile von Prominenten, Plattformen wie TikTok und Youtube. Die Hälfte der Jugendlichen hält es längst nicht mehr für wichtig, sich über Neuigkeiten und aktuelle Ereignisse zu informieren. Eine Begründung: Bei journalistischen Nachrichten fehlt den jungen Leserinnen und Lesern oft der Bezug zum persönlichen Alltag.

Allerdings: Die Jugendlichen gibt es nach Ansicht der Expertengruppe nicht. Wer das Gefühl hat, politisch etwas bewirken zu können, der äußert deutlich mehr Interesse an Informationen über das aktuelle Geschehen. Für gering und nichtjournalistisch informationsorientierte Jugendliche seien Influencer meist wichtiger für die eigene Meinungsbildung als journalistische Quellen.

Generell sei das Wissen über die Funktionen und die Arbeitsweisen von Journalistinnen und Journalisten begrenzt. Die Studienmacher halten es daher für ratsam, der schulischen Medienbildung mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

Klasse! liefert eine Grundlage. Über das Medienprojekt lernen die Jugendlichen die Zeitung als Informationsquelle kennen, die nicht zuletzt auch in der Online-Welt viel zu bieten hat. Es setzt auf Medienkompetenz – ganz im Sinne von #UseTheNews.

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