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Paulinum unterstützt indischen Schwesternorden

Seilspringen für Kinder in Not

Münster

Das Gymnasium Paulinum unterstützt seit vielen Jahren einen Schwesternorden in Indien. Dieser setzt sich für Waisenkinder und Kranke ein. Durch eine Seilspringen-Aktion sammeln die Schüler Spenden. Doch nicht nur der Schwesternorden profitiert von der Kooperation.

Joel Hunold

Beim alljährlichen „Seilspringen für Andheri“ sammeln Schülerinnen und Schüler des Gymnasium Paulinum Spenden für die Arbeit eines indischen Schwesternordens. Normalerweise sind die jubelnden Spender – meistens Eltern und Verwandte – mit dabei. Dieses Jahr soll die Aktion ohne Eltern im Rahmen des Sportunterrichts stattfinden. Foto: privat

Kinder in Indien haben eine andere Kindheit als jene in Deutschland. Indische Jungen und Mädchen sind stärker von Armut bedroht, müssen oftmals früher in ihrem Leben arbeiten und haben weniger gute Chancen auf eine ausreichende Schulbildung.

Schülerinnen und Schüler des Paulinums in Münster wissen all das – denn an dem Gymnasium gehört das Leben indischer Kinder seit vielen Jahren zum festen Lehrplan. Ende der 1980er- Jahre war die Schule auf der Suche nach einem Sozialprojekt, um eine Kooperation aufzubauen, berichtet Lehrerin Johanna Peek. Ein Schülervater, der in Indien als Entwicklungshelfer tätig war, stellte den Kontakt zum indischen Schwesternorden „Helpers of Mary“ her. Der Orden hat Wurzeln im Münsterland. Eine Frau aus Dülmen, Schwester Priscilla, hat den Orden mit aufgebaut, der heute aus knapp 400 Schwestern besteht. In mehreren sozialen Zentren kümmern sich die Frauen um Kranke und Waisenkinder.

Mit Seilspringen Spenden sammeln

Das Paulinum führt seit Beginn der Kooperation Spendenprojekte durch, um die Arbeit der Schwestern zu unterstützen. Im Mittelpunkt steht das jährliche „Andheri-Seilspringen“ der fünften Klasse. „Andheri“ ist ein von Armut geprägter Stadtteil der indischen Millionenmetropole Mumbai, in dem das Mutterhaus des Schwesternordens steht. „Das ist normalerweise die erste große gemeinsame Aktion der neuen Klassen“, berichtet Peek, die das Kooperationsprojekt betreut.

Im Vorfeld suchen die Schüler nach Spendern. Die Höhe der Spende richtet sich nach der Anzahl der Seilsprünge, welche die Schüler unter dem Jubel der anwesenden Eltern und Verwandten in zehn Minuten schaffen. Die Aktion findet laut Peek dieses Jahr trotz Corona statt, allerdings im Rahmen des Sportunterrichts und ohne Eltern. Das jährliche Weihnachtskonzert, von dem die Hälfte der Einnahmen sonst ebenfalls nach Indien fließt, muss dieses Jahr ausfallen. Allgemein sei bei fast allen Projekten am Paulinum klar, „dass ein Teil nach Andheri geht“, sagt Peek.

Vier Projekte, ein Konto

Vier Projekte stehen zur Auswahl: Jung mit Krebs, Krisenhilfe, Pro filia, Indien. Wer für ein bestimmtes Projekt spenden möchte, sollte das bei der Überweisung vermerken. Eine Spendenquittung wird ab 200 Euro automatisch ausgestellt, wenn die Adresse angegeben ist.

Namensnennung: Wenn Sie mit der Nennung Ihres Namens in der Zeitung einverstanden sind, tragen Sie bitte bei der Überweisung beim Verwendungszweck den Code 2020 in der zweiten Zeile oder unter „Veröffentlichung?“ ein.

Konto: Sparkasse Münsterland Ost; IBAN: DE 43 4005 0150 0000 0088 88

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Doch von der Kooperation profitieren nicht nur die Schwestern beziehungsweise Kranke und Kinder in Indien. Vielmehr werde das Projekt im Schulunterricht eingebettet. „Ganz viele Unterrichtseinheiten werden dadurch konkret“, sagt Peek. Etwa wenn die Schüler am Paulinum mehr über das Leben Gleichaltriger in Indien erfahren, die schon arbeiten müssen. „Schulbildung ist nicht selbstverständlich“, fasst Peek ein Ergebnis der Unterrichtseinheit zusammen.

Projekt ist Thema im Schulunterricht

Besonders intensiv werde das Andheri-Projekt im Religions- und Politikunterricht behandelt. Peek: „Die Schüler lernen Kinderrechte kennen, setzen sich mit Konsequenzen von Umweltzerstörung insbesondere für arme Menschen auseinander, hinterfragen Handelssysteme und lernen den Fairen Handel kennen.“

Alle paar Jahre kommt die Oberin des Schwesternordens zudem nach Münster und berichtet den Schülern, was die von ihnen erwirkten Spenden alles ermöglicht haben.

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