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Indischer Schwesternorden „Helpers of Mary“ hilft Kranken und elternlosen Kindern

Waisenkinder ohne fließendes Wasser

Münster

Das Paulinum und aus ein Verein aus Dülmen unterstützen einen indischen Schwesternordnen. Die kümmern sich auf dem Land und in den Slums der Großstädte um Kranke und Waisenkinder. Deren Zahl hat durch die Corona-Pandemie stark zugenommen. Und der Orden hat noch ein grundlegendes Problem.

Joel Hunold

Bereits von außen ist sichtbar, dass die Sozialstation, die vielen Kindern im indischen Ort Jafarganj ein Zuhause bietet, saniert werden muss. Teilweise gibt es in den Sozialstationen der „Helpers of Mary“ noch nicht mal fließendes Wasser. Foto: privat

Es fehle an allem, alles sei marode, sagt Bernd Schmitz vom Verein „Andheri – Kinder und Leprahilfe Dülmen“. Er beginnt aufzuzählen: Es gebe nur teilweise fließendes Wasser, keine richtigen Sanitäranlagen, nur wenige Stühle, Tische, keine Tafeln. „Erst mal muss geguckt werden, dass das Gebäude nicht zusammenfällt.“

Das Gebäude, über das Schmitz redet, steht im Norden von Indien, genauer gesagt in Jafarganj, einem kleinen Ort, etwa eine halbe Autostunde vom heiligen Fluss Ganges entfernt. Dort, mitten im Kerngebiet der Hindus, hat ein christlicher Schwesternorden, die „Helpers of Mary“, eine Sozialstation eröffnet. In dieser kümmern sich die Schwesters des Ordens, der von einer Frau aus dem Münsterland im vergangenen Jahrhundert mit aufgebaut wurde, um Waisenkinder, Kranke und Arme.

Geld für Schule, Krankenhaus und Beratungsstelle

Der „Andheri-Verein“ aus Dülmen, dessen Vorsitzender Schmitz ist, unterstützt die Schwestern finanziell, genauso wie das Gymnasium Paulinum aus Münster, das regelmäßig Spendenaktionen durchführt. Laut Schmitz kommen die Spenden quasi eins zu eins bei den Bedürftigen und Kindern an, da die Vereinsmitglieder ehrenamtlich arbeiten – und die Schwestern in Indien „nur für Gottes Lohn“. „Wir schauen uns alle drei Jahre an, was gut gelaufen ist und was nicht, damit die Gelder auch optimal verteilt werden.“

Die Sozialstationen sind dabei Schule, Krankenhaus, Schlafstätte und Beratungsstelle auf einmal. „Die Polizei in Indien bringt Kinder, die auf der Straße liegen, zu den ,Marys’, weil sie wissen, dass die sich um sie kümmern“, sagt Schmitz.

Vier Projekte, ein Konto

Vier Projekte stehen zur Auswahl: Jung mit Krebs, Krisenhilfe, Pro filia, Indien. Wer für ein bestimmtes Projekt spenden möchte, sollte das bei der Überweisung vermerken. Eine Spendenquittung wird ab 200 Euro automatisch ausgestellt, wenn die Adresse angegeben ist.Wenn Sie mit der Nennung Ihres Namens in der Zeitung einverstanden sind, tragen Sie bitte bei der Überweisung beim Verwendungszweck den Code 2020 in der zweiten Zeile oder unter „Veröffentlichung?“ ein.Konto: Sparkasse Münsterland Ost; IBAN: DE 43 4005 0150 0000 0088 88Datenschutz: Ihre personenbezogenen Daten verwenden wir, soweit keine darüber hinausgehende Einwilligung vorliegt, zur Abwicklung des der Erhebung zugrundeliegenden Zwecks. Nähere Informationen zum Umgang mit personenbezogenen Daten erhalten Sie unter www.wn.de/Service/Datenschutz

Gerade die Situation von jungen Mädchen auf dem Land sei ein großes Problem. Zwar werde zunächst recherchiert, ob die Eltern der Kinder ausfindig gemacht werden können, doch in den meisten Fällen sei das nicht möglich. Die Schwestern nehmen die Kinder dann auf, lassen sie in den Sozialstationen schlafen und unterrichten sie.

Doch ein großer Teil der Stationen – jene in Jafarganj ist nicht die einzige, sie sind über das gesamte Land verteilt – sei laut Schmitz marode und renovierungsbedürftig, zudem fehle es häufig an Material. „Die Kinder schreiben teilweise auf dem Fußboden.“ Zudem gibt es laut Schmitz durch die Corona-Pandemie deutlich mehr Waisenkinder als zuvor. Mit dem Ergebnis, dass die ohnehin vollen Sozialstationen ihre Kapazitätsgrenzen überschritten haben.

Sozialstation soll saniert werden

Langfristig sollen mit den Spenden des Vereins und des Paulinums die Sozialstationen saniert werden, angefangen mit jener in Jafarganj. Doch aktuell liegt der Fokus der Schwestern auf der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Sie geben Familien, die ihre Arbeit wegen Corona verloren haben, Essenspakete oder stellen ihnen Gegenstände wie Nähmaschinen oder Werkzeuge zur Verfügung, damit sie für einen eigenen Lebensunterhalt sorgen können.

„Die Schwestern haben wohl schon Tausende Leute gerettet“, sagt Schmitz.

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