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WN-Spendenaktion: „Jung mit Krebs“

„Münster hat mein Leben gerettet“

Münster

Die Diagnose Krebs ist für jeden schlimm – für junge Menschen ist es eine ganz besondere Herausforderung. Sabrina Bousardt unterstützt das Projekt „Jung mit Krebs – mitten im Leben“ vom UKM. Denn sie weiß, wie wichtig die richtige Betreuung ist, wenn das Leben am seidenen Faden hängt.

Pjer Biederstädt

Sabrina Bousardt Foto: UKM/Erk Wibberg

Im November 2018 fühlt sich Sabrina Bousardt ein bisschen schlapp. Ihre Abgeschlagenheit erklärt sich die heute 32-Jährige, die sieben Monate zuvor ihr erstes Kind zur Welt gebracht hat, mit Mutterstress. Bei einem routinemäßigen Arztbesuch erzählt sie, dass sie rapide abgenommen habe und oft kurzatmig sei. „Da haben bei dem Vertretungsarzt – zu meinem Glück zufällig ein Internist – die Alarmglocken geläutet“, erzählt Bousardt. Wenig später ist klar: Sie hat Lungenkrebs, weit fortgeschritten, Leber und Lymphknoten sind ebenfalls befallen.

„Das war ein Schock, aber immerhin kannte ich den Umgang mit der Krankheit, weil meine Mutter zu der Zeit auch Krebs hatte“, sagt Bousardt rückblickend. Klinik-Ärzte in Goch am Niederrhein sagen ihr, dass sie noch vor Weihnachten eine Chemotherapie brauche, sonst überlebe sie nicht.

Und plötzlich bricht die Welt zusammen

Vor der Diagnose stand Sabrina Bousardt mitten im Leben. Als sie in Elternzeit geht, macht sie Pause von ihrem Job als Baumarkt-Abteilungsleiterin, mit ihrem Mann hat sie gerade das Haus ihrer Schwiegereltern gekauft. „Wir waren gerade voll am Durchstarten, dann bricht die Welt zusammen.“ Und nicht nur für sie, sondern auch für ihren Mann, die Eltern, das Umfeld.

Die Behandlung verläuft zunächst gut. Nach mehreren Chemotherapien erhält die junge Frau aus Geldern eine Immuntherapie. Im Mai 2019, ihre Mutter ist inzwischen verstorben, geht es ihr schlagartig schlechter. Das durch die Therapie gestärkte Immunsystem greift das eigene Herz an. Auf der Intensivstation muss sie mehrfach mit einem Defibrillator wiederbelebt werden. Danach kommt Bousardt zu den Spezialisten ins Universitätsklinikum Münster (UKM). Fünf Wochen arbeiten hier Intensivmediziner, Kardiologen und Onkologen bei ihrer Behandlung eng zusammen. Über diese Zeit sagt Bousardt: „Münster hat mir das Leben gerettet.“

Vier Projekte, ein Konto

Vier Projekte stehen zur Auswahl: Jung mit Krebs, Krisenhilfe, Pro filia, Indien. Wer für ein bestimmtes Projekt spenden möchte, sollte das bei der Überweisung vermerken. Eine Spendenquittung wird ab 200 Euro automatisch ausgestellt, wenn die Adresse angegeben ist.

Namensnennung: Wenn Sie mit der Nennung Ihres Namens in der Zeitung einverstanden sind, tragen Sie bitte bei der Überweisung beim Verwendungszweck den Code 2020 in der zweiten Zeile oder unter „Veröffentlichung?“ ein.

Konto: Sparkasse Münsterland Ost;

IBAN: DE 43 4005 0150 0000 0088 88

Datenschutz: Ihre personenbezogenen Daten verwenden wir, soweit keine darüber hinausgehende Einwilligung vorliegt, zur Abwicklung des der Erhebung zugrundeliegenden Zwecks. Nähere Informationen dazu erhalten Sie unter www.wn.de/Service/Datenschutz

Prof. Dr. Annalen Bleckmann

Heute geht es ihr den Umständen entsprechend gut. „Der Krebs ist noch da, aber er bewegt sich nicht einen Millimeter. Die Herzfunktion ist wiederhergestellt“, sagt Prof. Dr. Annalen Bleckmann, Direktorin des WTZ (Westdeutsches Tumorzentrum) Netzwerkpartners Münster und Leiterin des Bereichs Internistische Onkologie in der Medizinischen Klinik A am UKM. Zusammen mit WTZ-Geschäftsführer Prof. Philipp Lenz will sie ein Angebot schaffen, das jungen Krebspatienten wie Sabrina Bousardt eine individuelle Rundum-Hilfe bietet.

Nach der Diagnose und während der Behandlung werden die Betroffenen im Rahmen der Regelversorgung zu ihrer persönlichen Krankheitssituation beraten und unterstützt. Gerade jüngere Erkrankte benötigen aber weitere individuelle Hilfen. Wie kommt Geld rein, wenn der Ehemann die Tochter betreuen muss? Welche Physiotherapie ist die richtige? Wie erkläre ich meiner Tochter, was meine Krankheit bedeutet? In diesen und weiteren Fragen soll das weiterführende Angebot den Patienten während und nach der Therapie zur Seite stehen. Sabrina Bousardt unterstützt das Projekt. „Besonders gut finde ich, dass Patienten eine Ansprechperson für alles bekommen sollen, damit sich niemand allein gelassen fühlt.“

Sabrina Bousardt (l.) im Gespräch mit Prof. Dr. med. Annalen Bleckmann Foto: UKM/Erk Wibberg
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