„Pro filia“ schafft Ausbildungs- und Arbeitsplätze

Chance auf selbstbestimmteres Leben

Münster

Der münsterische Verein „pro filia“ kämpft in Nepal gegen den Mädchenhandel. Um das Problem nachhaltig anzugehen, werden von Versklavung gefährdete Mädchen nicht nur gerettet, sondern in verschiedenen Berufen ausgebildet. Seit ein paar Jahren auch in einem klassischen Männerberuf in Nepal.

Renée Trippler

Ein von „pro filia“ und „Maiti“ gegründetes Schreibbüro: Die Dorffrauen staunen über die Fähigkeiten des Mädchens. Foto:

Der Verein „pro filia“ aus Münster setzt sich zusammen mit einer nepalesischen Nichtregierungsorganisation in dem südasiatischen Land gegen Mädchenhandel ein. Um den jungen Frauen, die vor der Versklavung und Zwangsprostitution gerettet werden langfristig eine Perspektive zu geben, werden ihnen verschiedene Berufsausbildungen angeboten – und Arbeitsplätze geschaffen.

„Maiti“, die Partnerorganisation von „pro filia“ bietet schon seit längerer Zeit handwerkliche Ausbildungen an, „klassische Frauenberufe wie Schneiderin, Köchin oder Pilzfarmerin“, erläutert Dr. Johanne Feldkamp, Initiatorin von „pro filia“.

Viele Analphabeten in Nepal

Seit ein paar Jahren bietet ihr Verein ein PC-Programm an. Die jungen Frauen werden am Computer ausgebildet, sodass sie in einem Schreibbüro arbeiten können – vor Ort bislang eine Männerdomäne.

„Da in Nepal ein Drittel der Männer und zwei Drittel der Frauen Analphabeten sind, sind Schreibbüros dort sehr verbreitet“, erklärt Feldkamp. In den vergangenen Jahren hat ihr Verein die Ausbildung von jährlich 35 bis 40 jungen Frauen unterstützt – sowie die Eröffnung und Ausstattung von Schreibbüros, „um dafür zu sorgen, dass sie anschließend auch einen Job finden“. „Maiti“ tritt in Kontakt mit den jeweiligen Dorfhonoratioren, um an unterversorgten Stellen neue, von Frauen geführte Schreibbüros zu eröffnen. „Sie bekommen eine Anschubfinanzierung, also eine Erstausstattung und ein Jahr lang wird die Miete übernommen, dann müssen sie sich selbstständig entwickeln.“ Acht Schreibbüros sind so bereits entstanden – und erhalten geblieben. Das Schöne: „Es ist wie ein Schneeballsystem. In den Schreibbüros oder Schneidereien werden auch Mädchen aus der Nachbarschaft angelernt“, freut sich Feldkamp.

Vier Projekte, ein Konto

Vier Projekte stehen zur Auswahl: Jung mit Krebs, Krisenhilfe, Pro filia, Indien. Wer für ein bestimmtes Projekt spenden möchte, sollte das bei der Überweisung vermerken. Eine Spendenquittung wird ab 200 Euro automatisch ausgestellt, wenn die Adresse angegeben ist.

Namensnennung: Wenn Sie mit der Nennung Ihres Namens in der Zeitung einverstanden sind, tragen Sie bitte bei der Überweisung beim Verwendungszweck den Code 2020 in der zweiten Zeile oder unter „Veröffentlichung?“ ein.

Konto: Sparkasse Münsterland Ost; IBAN: DE 43 4005 0150 0000 0088 88

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Wenn die jungen Frauen eine Ausbildung oder sogar einen Job hätten, gebe ihnen das unglaublich viel Selbstvertrauen und auch Anerkennung in der Familie. Und dahin wollen viele vor der Versklavung gerettete Mädchen wieder zurück.

Chance auf eine Perspektive

„Nicht alle werden danach gut leben können. Aber sie bekommen eine Chance auf eine menschenwürdige Lebensperspektive, das ist viel mehr, als sie bislang bekommen haben“, so Feldkamp, „und jede Einzelne, die diese Chance nutzt, ist es wert.“

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