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Kampf gegen Mädchenhandel in Nepal

Die Grenze immerim Blick

Münster

Weil sie aus eigener Erfahrung wissen, wie Mädchenhändler an der Grenze vorgehen, sind die Grenzbeobachterinnen wohl ein besonders wichtiges Projekt von Maiti. Die NGO in Nepal rettet Mädchen an der Grenze zu Indien vor der Versklavung – maßgeblich unterstützt durch „pro filia“ aus Münster.

Renée Trippler

Egal ob zu Fuß, in der Rikscha oder im Auto: Die Grenzbeobachterinnen von Maiti, deren Ausbildung und Jobs der münsterische Verein „pro filia“ unterstützt, kontrollieren alle potenziell von Zwangsprostitution gefährdeten Mädchen auf dem Weg nach Indien. Foto: Maiti

Die meisten von ihnen waren selbst in einer ähnlichen Situation, sie kennen das Vorgehen der Mädchenhändler und ihr Beuteschema. Die Grenzbeobachterinnen kontrollieren junge Mädchen auf dem Weg von Nepal ins benachbarte Indien, wohin viele nepalesische Mädchen verschleppt oder unter falschen Versprechen gelockt werden, um dann an indische Bordelle verkauft zu werden.

Der Verein „pro filia“ aus Münster setzt sich für den Schutz der Mädchen in Nepal ein – zusammen mit der NGO Maiti mit Sitz in Kathmandu. Diese bildet seit Jahren Grenzbeobachterinnen aus und beschäftigt diese. „Sie kontrollieren jedes Fahrzeug, das über die Grenze will“, erklärt Bishwo Khadka, Leiter von Maiti Nepal.

Antrainierte Antworten

Bevor es die Beobachterinnen gab, gab es keinerlei Dokumentation darüber, wer wen über die Grenze brachte. Die oft noch sehr jungen Mädchen seien zudem sehr naiv, sagt Khadka, sie glauben an das Leben und das, was ihnen von ihren vermeintlichen neuen Freunden versprochen wird – und wollen es nicht wahrhaben, wenn ihnen jemand an der Grenze erzählt, dass alles gelogen sei – sie seien „brainwashed“, sagt Khadka, einer Gehirnwäsche unterzogen worden. Aber: „Die Beobachterinnen wissen, was für Antworten die Händler den Mädchen antrainieren. Sie kontrollieren im Zweifel, ob Antworten auf verschiedene Fragen übereinstimmen.“

Vier Projekte, ein Konto

Vier Projekte stehen zur Auswahl: Jung mit Krebs, Krisenhilfe, Pro filia, Indien. Wer für ein bestimmtes Projekt spenden möchte, sollte das bei der Überweisung vermerken. Eine Spendenquittung wird ab 200 Euro automatisch ausgestellt, wenn die Adresse angegeben ist.

Wenn Sie mit der Nennung Ihres Namens in der Zeitung einverstanden sind, tragen Sie bitte bei der Überweisung bei Verwendungszweck den Code 2020 in der zweiten Zeile oder unter „Veröffentlichung?“ ein. Sparkasse Münsterland Ost; IBAN: DE 43 4005 0150 0000 0088 88 Ihre personenbezogenen Daten verwenden wir, soweit keine darüber hinausgehende Einwilligung vorliegt, zur Abwicklung des der Erhebung zugrundeliegenden Zwecks. Informationen erhalten Sie unter   www.wn.de/  Service/Datenschutz

Mittlerweile werden die Grenzbeobachterinnen auch von Grenzpolizisten – und seit ein paar Jahren auch Grenzpolizistinnen – unterstützt. Und das ist gut so, es sorgt für die nötige Durchsetzungskraft: Einige Mädchenhändler seien bereits vor Ort festgenommen worden, erklärt Khadka.

Finanzhilfen für mehrere Projekte

Besonders dankbar ist er für die Hilfe aus Münster: „Pro filia“ finanziert verschiedene Projekte, unter anderem das Schutzhaus an der Grenze in Pashupatinagar. Dort werden gerettete Mädchen vorerst in Sicherheit gebracht, bevor sie möglicherweise in ihre Familien zurückkehren oder eine Ausbildung machen.

Dank des Einsatzes von Maiti werden immer mehr solcher Verbrechen verfolgt und auch verurteilt. Durch Corona habe sich die Lage für viele junge Frauen und Mädchen aber verschlimmert, berichtet Khadka: „Viele haben ihre Arbeit verloren und sind in ihrer Not empfänglich für falsche Jobversprechen.“ Auch für Bishwo Khadka und seine Mitarbeiter ist die Arbeit in den vergangenen Monaten krisenbedingt schwieriger geworden, weil man auf Hygiene und Abstände achten muss. Je mehr finanzielle Unterstützung „pro filia“ und Maiti bekommen, desto mehr Schutzplätze können sie anbieten.

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