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Ein beeindruckendes Jubiläum

Unternehmensgruppe Aschendorff feiert 250-jähriges Bestehen des Druckzentrums

Münster

Rot war die beherrschende Farbe des Abends. Rot war der Teppich, über den die Gäste zum Eingang schritten, rot war die Weste von Butler George, der die Besucher in den Saal führte, wo sie sich ins Gästebuch eintragen konnten und von der Geschäftsleitung begrüßt wurden. Rot war das Licht, das das Papierlager im Druckzentrum Aschendorff an der Hansalinie in einen ganz besonderen Schimmer tauchte. Rot waren die Schlipse vieler Herren. Rot ist die Hausfarbe der Unternehmensgruppe Aschendorff, die am Montagabend mit 170 geladenen Gästen aus Wirtschaft und Gesellschaft das 250-jährige Bestehen ihrer Drucksparte feierte.

Stefanie Meier

Zwei Generationen und ein Mann am Klavier: Die heutigen Verleger und Geschäftsführer Dr. Benedikt Hüffer (zweiter von rechts) und Dr. Eduard Hüffer (links) mit ihren Vätern Dr. Anton Wilhelm Hüffer (rechts) und Dr. Paul Hüffer (zweiter von links). Götz Alsmann sorgte am Klavier für Unterhaltung und Kurzweil. Foto: Jürgen Peperhowe

„1762 ließ sich Anton Wilhelm Aschendorff nicht beirren“, informierte Dr. Benedikt Hüffer, Verleger und Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Aschendorff, in seiner Begrüßung über die Anfänge des Drucks bei Aschendorff. Obwohl das Domkapitel die Bitte um eine Druckerlaubnis erst verweigert hatte, versuchte es Aschendorff erneut. „Gewerbefreiheit gab es damals noch nicht“, fügte Hüffer erklärend hinzu.

Die Hartnäckigkeit seines Vorfahren machte sich bezahlt: Am 13. September 1762 erhielt der Verlag Aschendorff die Konzession zum Drucken und machte gleich mit dem Erwerb der Nagelschen Druckerei Nägel mit Köpfen. Seit 250 Jahren wird nun bei Aschendorff gedruckt. Das geht nicht ohne Mitarbeiter, denen Dr. Benedikt Hüffer seinen ausdrücklichen Dank aussprach, und das geht nicht ohne Geschäftspartner. Letztere waren am Montag zum Festakt in die Unternehmenszentrale eingeladen.

Die ungewohnte, aber passende Kulisse für den Abend stellte das Papierlager, in dem normalerweise die dicken, teilweise 1500 Kilogramm schweren Papierrollen für den Druck der Tageszeitung lagern. Sie bildeten jetzt die Dekoration für die runden Tische, an denen die Gäste Platz nahmen und im Laufe des Abends mit einem westfälisch-modernen Drei-Gänge-Menü verwöhnt wurden.

Unterhalten wurden die Gäste dabei nicht nur von historischen Fotos, die auf großen Leinwänden einen Einblick in die lange Unternehmensgeschichte gaben, sondern auch von kurzweiligen Programmpunkten. Allen voran Musiker Götz Alsmann, der mit seinem launigen Blick in die Musikgeschichte in seiner Heimatstadt ein Heimspiel hatte. Zwar sei das Thema „Druck und Technik“ nicht gerade oft vertont worden, doch fand der Musikwissenschaftler in der Musikgeschichte dennoch Belege dafür: „Was wär das Leben ohne Blätter, ohne Skandale, ohne News“, klang es einst in der „Großstadtmelodie“.

Was sich mit Papier neben dem Bedrucken noch so alles anstellen lässt, das führte der Papierkünstler „Doc Shredder“ dem staunenden Publikum vor. Er war extra vom „Planeten Papyrus 4“ angereist und schnipselte und schnippelte, dass es eine Freude war. Ein besonderes Erinnerungsstück durfte WWU-Rektorin Prof. Dr. Ursula Nelles mit nach Hause nehmen. Doc Shredder überreichte ihr 32 Papierherzen.

Bevor Verleger und Geschäftsführer Dr. Eduard Hüffer die Gäste in die Nacht entließ, hatte noch der neue Unternehmensfilm Premiere. Er wird künftig den Besuchern des Medienhauses gezeigt, macht in acht Minuten auf unterhaltsame Weise mit der Unternehmensgeschichte vertraut und zeigt, dass auch die heutige, neunte Verlegergeneration dem Leitsatz des Unternehmens weiter die Treue hält: Dem Worte verpflichtet.

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