Klasse! und die Kinderuni der WWU machen gemeinsame Sache

Von Fakten und Fake News

Münster-Handorf

„Rent a Prof“ könnte man sagen. Das Medienprojekt Klasse! und die Kinderuni der WWU Münster machen gemeinsame Sache. Die Wissenschaftler besuchen Viertklässler, die Unterricht mit der Zeitung machen. Zum Auftakt der Klasse!-Kinderuni-Reihe waren die Kommunikationswissenschaftlerinnen Laura Badura und Katherine M. Engelke zu Gast bei der Klasse 4b der Matthias-Claudius-Grundschule Münster. Natürlich nur virtuell. Trotzdem sprang der Funke fürs Thema: Fake News, halbe Wahrheiten und vertrauenswürdige Informationen im Internet.

Von Doerthe Rayen

Daumen hoch: Die Klasse 4 der Matthias-Claudius-Schule hat im Rahmen von Klasse! eine Kinderuni-Vorlesung miterlebt. Die Kommunikationswissenschaftlerinnen Laura Badura und Catherine Engelke haben sie auf Gefahren im Internet aufmerksam gemacht. Foto: privat/Matthias Ahlke

Das klappte perfekt. Auf drei schickten die Viertklässler der Matthias-Claudius-Grundschule ein sattes „Guten Morgen“ durch die Leitung. Das kam in den Homeoffices der drei virtuellen Gäste mit Schmackes an. Was für eine Begrüßung! Die Mädchen und Jungen der 4b haben mit ihrer Klassenlehrerin Folke Böing Unterricht mit der Zeitung gemacht.

Und als Klasse!-Klasse hatten sich die Matthias-Claudius-Schüler beworben, Hörsaal-Luft zu schnuppern. Das Medienprojekt Klasse! und die Kinderuni der Westfälischen Wilhelms-Universität machen nämlich gemeinsame Sache. Und so besuchten die zwei Kommunikationswissenschaftlerinnen Laura Badura und Katherine M. Engelke die Kinder in Handorf.

Wegen Corona gab es leider keine echte Hörsaal-Luft. Auch waren die Gäste nur virtuell anwesend. Doch trotzdem fühlten sich die Viertklässler wie die „Großen“, die schon studieren. Denn auch die nehmen derzeit nur online an Vorlesungen teil, erfuhren die Kids.

An dem Morgen ging es um handfeste Informationen und Nachrichten im Internet. Laura Badura und Katherine M. Engelke ging es um Fake News, halbe Wahrheiten und vertrauenswürdigen Informationen.

Dass die Kinder schon eifrig Nachrichten nutzen, kam bei einer spontanen Umfrage heraus. Sie hören Radio, lesen Zeitung – auch mit Klasse! – schauen Fernsehen und sind im Internet unterwegs. „Seid wachsam“, warnten die Kommunikationswissenschaftlerinnen die Kinder.

Denn im Internet, so erklärten sie, lauern Gefahren wie Manipulationen, Verschwörungen, Meinungsmache und Fake News. „Ihr müsst die Gefahren erkennen – und wissen, was Tatsachen sind und was Meinung ist“, erklärten Laura Badura und Katherine M. Engelke. Fakten beschreiben etwas, was tatsächlich passiert sei. Dahinter steckten überprüfbare Wahrheiten. „Meinungen sind persönliche Bewertungen. Die können sich ändern.“

Und Fake News? Die sehen aus wie Nachrichten, wurden aber nur geschrieben, um Leute von etwas zu überzeugen. Damit die Grundschüler den Wissenschaftlerinnen gut folgen konnten, hatten die Übungen mitgebracht.

Sie erklärten anschaulich, wie Kinder im Netz Inhalte checken, was eine Quelle ist und woran sie vertrauenswürdige Informationen erkennen. Das war ein Vormittag für die Medienkompetenz. „Ein weiterer Schritt, um die Kinder für Fake News und den Umgang mit Medien zu sensibilisieren“, kommentierte die Klassenlehrerin später.

Den Kinder hat‘s gefallen: Ihre Daumen gingen hoch – analoges „Like“ für die virtuellen Gäste.

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