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Mutige Helfer im Fokus

Auch der Täter von Erfurt ist gefasst

Erfurt/Würzburg

Die drängende Frage nach dem „Warum“ können die Ermittler im Fall der Würzburger Messerattacke noch nicht beantworten. Derweil stehen couragierte Bürger der Stadt im Mittelpunkt.

Sie gehören zu den couragierten Helfern von Würzburg: Die Augen­zeugen Chia Rabiei (l.) und Dietrich Winter unterhalten sich vor dem Kaufhaus, wo sie gegen den Attentäter vorgingen. Foto: Carolin Gißibl/dpa

Ein Mann verletzt zwei Männer mutmaßlich mit einem Messer schwer und flüchtet zunächst unerkannt: Nach einer großangelegten Fahndung hat die Polizei einen 32 Jahre alten Verdächtigen in seiner Wohnung in Erfurt festgenommen. Der Mann sei wegen Gewalt- und Eigentumsdelikten bekannt und in der Vergangenheit bereits psychisch auffällig gewesen, teilte die Polizei gestern mit. Die Beamten fanden den Verdächtigen verletzt in seiner Wohnung. Die Verletzungen habe er sich vermutlich selbst zugefügt, hieß es.

Er soll am Montagmorgen im Erfurter Stadtteil Wiesenhügel zwei Männer wohl mit einem Messer attackiert und dabei schwer verletzt haben. Die beiden 45 und 68 Jahre alten Männer erlitten Schnittwunden und wurden in Krankenhäusern behandelt und operiert. Lebensgefahr bestand bei beiden nicht.

Der mutmaßliche Täter war zunächst unerkannt geflüchtet. Die Polizei setzte unter anderem einen Polizeihubschrauber und einen Fährtenhund ein, um den Täter aufzuspüren. Am Ende war es aber Ermittlungsarbeit, die die Beamten zu einem Verdächtigen führte. Am Montagnachmittag wurde schließlich der 32-Jährige ausfindig gemacht und festgenommen.

Die Tat erinnerte teils an ein anderes blutiges Ereignis, das sich erst am Freitag im bayerischen Würzburg abgespielt hatte: Ein 24 Jahre alter Somalier erstach dort drei Frauen mit einem Messer und verletzte sieben weitere Menschen – fünf davon lebensgefährlich. Er wurde festgenommen. Der Tatverdächtige lebte von 2015 bis 2019 in Sachsen und geriet bereits damals ins Visier der Ermittlungsbehörden. Es habe sich um eine körperliche Auseinandersetzung in einer Asylunterkunft gehandelt, so das Landeskriminalamt Sachsen. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will mutige Helfer der Messerattacke mit der Bayerischen Rettungsmedaille auszeichnen. Die Rettungsmedaille ist eine staatliche Auszeichnung für Personen, die unter Einsatz des eigenen Lebens Menschen aus Lebensgefahr gerettet haben.

Info: Würzburg legt nach Messerattacke Kondolenzbuch aus

Die Stadt Würzburg hat im Rathaus ein Kondolenzbuch ausgelegt, in dem Bürgerinnen und Bürger ihr Mitgefühl für die Opfer und Angehörigen der Messerattacke ausdrücken können. Ihre Anteilnahme bekundeten unter anderem Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CSU), die am Sonntag auch an einer Gedenkfeier im Dom der bayerischen Mainstadt teilgenommen hatten. Ein 24 Jahre alter Mann aus Somalia hatte am Freitagnachnachmittag in der Würzburger Innenstadt drei Frauen, die er offensichtlich nicht kannte, mit einem Messer getötet. Zudem verletzte er sieben weitere Menschen, fünf davon schwebten nach der Attacke in Lebensgefahr. Warum der Migrant, der in Würzburg in einer Obdachlosenunterkunft lebte, die Menschen attackierte, ist noch unbekannt. Der Verdächtige war in der Vergangenheit mehrfach psychisch auffällig. Die Ermittler prüfen allerdings auch, ob es sich um einen islamistischen Anschlag handeln könnte.

Einer dieser mutigen Männer ist Chia Rabiei. Der Kurde mit iranischer Staatsbürgerschaft lebt nach eigenen Worten seit 18 Monaten in Deutschland, derzeit in einer Asylbewerberunterkunft in Würzburg. „Ich habe versucht, ihn beschäftigt zu halten, bis die Polizei kommt“, erzählte Rabiei. Videos dieser Szenen zeigen, wie der Kurde sich dem Somalier immer wieder entgegenstellt und mit einem Rucksack abwehrt.

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